Umfrage: Mehrheit der Österreicher für Social-Media-Altersgrenze
Eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher befürwortet ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von sozialen Medien. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Marketagent unter 1.000 Befragten.
Dort sprachen sich 90 Prozent für eine solche Altersgrenze aus. Im Schnitt sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese beim Alter von 15 Jahren als ideal an. Acht von zehn Befragten halten Social Media für gefährlich. Nur ein knappes Fünftel hält die Plattformen für sicher.
Zwar werden positive Aspekte wahrgenommen, doch sie fallen im Vergleich deutlich schwächer aus. Als wichtigste Vorteile der Nutzung von Social Media Plattformen nannten die Befragten den leichten Zugang zu Wissen und Bildung (40 Prozent), soziale Vernetzung und Kommunikation (38 Prozent), Austausch über gemeinsame Interessen (38 Prozent) sowie digitale Kompetenzen und frühzeitiger Umgang mit Technik (36 Prozent).
Dem gegenüber stehen jedoch massive Sorgen, allen voran vor sexueller Belästigung (72 Prozent) bzw. sexualisierten Inhalten (71 Prozent), Cybermobbing (71 Prozent) und übermäßiger Nutzung (71 Prozent). Auch Gewalt (67 Prozent), Extremismus (66 Prozent), Desinformation (65 Prozent) und mentaler Druck (61 Prozent) werden breit als relevante Gefahren wahrgenommen.
Eltern in der Pflicht
"Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für junge Menschen: von Cybermobbing, über sexualisierte Inhalte bis hin zu Suchtproblematiken. Dass 90 Prozent ein gesetzliches Mindestalter fordern, ist ein deutliches Signal an Politik und Plattformbetreiber. Der Wunsch nach mehr Schutz und klaren Regeln ist gesellschaftlich längst angekommen", fasste Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, zusammen.
Wenn es um die Einhaltung von Altersgrenzen geht, sieht die Bevölkerung die Verantwortung primär bei den Erziehungsberechtigten: 38 Prozent nehmen hier die Eltern in die Pflicht, knapp jede dritte befragte Person die Plattformen selbst (32 Prozent), 19 Prozent den Staat. Gleichzeitig glaubt eine Mehrheit von 62 Prozent, dass Social-Media-Plattformen das Alter ihrer Nutzenden nicht verlässlich überprüfen können. Das Vertrauen in technische Alterskontrollen ist also begrenzt.
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