Chronik | Österreich
02.05.2018

Überwachung im Innsbrucker Park: 60 Kameras und mehr Licht

Für den Innsbrucker Rapoldipark schnüren Stadt und Polizei ein Paket mit massiver Videoüberwachung.

Der Rapoldipark ist neben dem Hofgarten Innsbrucks größte innerstädtische Grünanlage. Zwischen Zentrum und dem Stadtteil Pradl gelegen, hat sein Ruf in den vergangenen Jahren stark gelitten. In den Köpfen mancher Anrainer wurde er zur Problemzone. „Es gab das Gefühl, der öffentliche Raum wird von bestimmten Gruppen okkupiert“, sagte Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Dieses Gefühl ist entstanden, weil Angehörige der Drogenszene sich in dem Park getummelt und Alkohol konsumierende Gruppen sich asozial aufgeführt haben. Daran konnte auch Tatsache nichts ändern, dass die Kriminalitätsstatistik laut Kirchler „keine besorgniserregenden Zahlen“ liefert und die Delikte zuletzt weniger wurden – mit Ausnahme der Suchtmittelvergehen, was aber dem erhöhten Kontrolldruck geschuldet sei.

Es geht im Rapoldipark also einmal mehr um das in den vergangenen Jahren so ins Wanken geratene subjektive Sicherheitsgefühl. Um das zu heben, hat das Innenministerium im vergangenen Jahr das Projekt Gemeinsam.Sicher gestartet. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Gemeinden im Sicherheitsbereich soll zu einer Trendumkehr führen.

In jeden Winkel

Die Stadt Innsbruck und das Polizeikommando haben aus diesem Projekt heraus nun ein Maßnahmenbündel für den Rapoldipark geschnürt, das Kirchler in seiner Dimension „als einzigartig in ganz Österreich“ beschreibt. Das Konzept setzt neben einer intensiven Streifentätigkeit des Areals auf die totale Videoüberwachung. Über 60 Kameras, zum Teil auch per Fernsteuerung schwenkbar, sollen installiert werden. „Wir sehen jeden Winkel des Rapoldiparks ein“, sagt der Stadtpolizeikommandant.

Dass sich die erwünschten Parkbesucher vielleicht selbst überwacht fühlen, befürchtet er nicht. Bei anderen Videozonen in der Stadt habe es bisher auch keine Beschwerden gegeben.

Bewegungsmelder

In der Nacht soll der Park zudem heller werden. „Wir werden ein dynamisches Licht erzeugen“, erklärt Roland Tiwald von den Innsbrucker Kommunalbetrieben. Bewegungsmelder sollen dafür sorgen, dass gedimmte Laternen auf dem Weg von Passanten auf sehr hohes Lichtniveau hinauffahren. „Wir wollen den Park jenen zurückgeben, für die er gemacht ist“, sagt Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, die am Sonntag um die Wiederwahl kämpft.