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Chronik Österreich
12/03/2019

Überfallener Wirt zu Festnahme: "Hoffe, es ist der Richtige"

Die Polizei hat nach der Salzburger Überfall-Serie vom Wochenende einen Verdächtigen verhaftet.

Gökhan Gürel ist zumindest ein bisschen erleichtert. „Hoffentlich haben sie den Richtigen“, sagt der Wirt am Dienstagnachmittag zum KURIER, wenige Stunden nachdem die Polizei einen Verdächtigen der Raubüberfall-Serie in Salzburg gefasst hat. Von Dienstag bis Sonntagabend hatte es in Salzburg eine Serie von sechs Raubüberfällen gegeben, vier davon am vergangenen Wochenende.

Am Montag nahm die Polizei schließlich kurz vor Mitternacht einen Verdächtigen fest. Der Mann soll mit den Taten vom vergangenen Wochenende in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Aus kriminaltaktischen Gründen gab die Polizei keine weiteren Details bekannt. Da die überwiegende Zahl der Überfälle von mehr als einem Täter verübt wurde, laufen auch die Ermittlungen nach den Komplizen des Mannes auf Hochtouren.

Mulmiges Gefühl

Gürel wurde am Sonntagabend in seinem Lokal im Stadtteil Maxglan Opfer eines einzelnen Räubers. Der Gastronom kehrte nach der Sperrstunde nur kurz ins Lokal zurück, um etwas zu holen. „Ich habe zuerst gedacht, der macht einen Scherz“, erzählt Gürel. Obwohl er den Täter ohne Beute mit einem Faustschlag in die Flucht schlug und von einem spitzen Gegenstand nur leicht am Hals verletzt wurde, steckt dem Wirt der Vorfall noch in den Knochen.

„Im ersten Moment habe ich gedacht, ich stecke das locker weg. Aber gestern beim Heimkommen ist es mir nicht gut gegangen“, sagt Gürel. Obwohl er nicht glaubt, dass der Täter zurückkehrt, habe er ein mulmiges Gefühl. Er will sich nun Rat bei seiner Tante holen, die Ärztin ist.

Verdächtige nicht geständig

Rund zwei Stunden nach dem Überfall auf Gürel wurde eine Tankstelle im gleichen Stadtteil von zwei maskierten und bewaffneten Tätern überfallen. Am Samstag hatten zunächst drei Täter ein Hotel ebenfalls in Maxglan überfallen, am Freitag raubten zwei junge Männer einen Supermarkt im Stadtteil Lehen aus.

Die FPÖ nahm die Taten zum Anlass, sowohl in Stadt als auch Land einen „Sicherheitsnotstand“ zu diagnostizieren. Allerdings erst, nachdem die Polizei die Festnahme bekannt gegeben hatte. Im Zusammenhang mit den Überfällen vor dem Wochenende – einen in Maxglan und einen in Thalgau (Flachgau)  – hat die Polizei ebenfalls bereits jeweils zwei Verdächtige festgenommen. Diese befinden sich in Untersuchungshaft und waren bisher nicht geständig.