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Chronik Österreich
08/28/2019

Toter Fernfahrer in Tirol: Spur führt ins Ausland

Ein 30-jähriger Weißrusse wurde in Lettland festgenommen. Das Opfer soll im Juni auf einem Parkplatz erschlagen worden sein.

Im Fall eines im Juni auf einem Parkplatz bei Kufstein in Tirol leblos in der Fahrerkabine aufgefundenen Lkw-Lenkers haben nun die Handschellen für einen 30-jährigen Weißrussen geklickt. Der Mann war bereits vergangene Woche in Lettland festgenommen worden, bestätigte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr der APA am Mittwoch einen Bericht der Online-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung".

Der 30-Jährige war mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Er befinde sich derzeit in Lettland in Übergabehaft. "Einer baldigen Übergabe steht nichts im Wege", meinte Mayr. Einen Termin dafür gebe es aber noch nicht. Wie sich der Weißrusse verantworte, sei noch nicht bekannt, da man bisher noch keine Möglichkeit hatte, mit ihm zu reden, sagte der Staatsanwalt.
 

Bereits im Juli war ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Mordes eingeleitet worden. Ein Zeuge, der vermutlich während der Gewalttat mit dem Opfer telefonierte, hatte die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht. Bei dem Telefonat schilderte der Fernfahrer, dass er gerade einen Streit mit einem anderen Lkw-Fahrer hatte und dieser ihm eine Flasche gegen den Kopf geschlagen habe. Daraufhin brach das Gespräch abrupt ab. Anhand des Namens konnte der Zeuge, ebenfalls ein Fernfahrerkollege, den ihm bekannten Weißrussen dann auf Lichtbildern identifizieren.

Mehrere Schläge gegen Kopf

Bei dem Opfer, das von einem Kollegen aufgefunden worden war, handelt es sich um einen 55-jährigen Ukrainer. Er soll erschlagen worden sein. Die Obduktion ergab, dass der Mann an den Folgen einer stumpfen Gewalteinwirkung gegen den Kopf - er soll mehreren Schlägen ausgesetzt gewesen sein - starb.

Das mutmaßliche Verbrechen ereignete sich am 23. Juni auf einem Parkplatz im Gewerbegebiet Kufstein-Süd. Der Fernfahrer soll dort wegen des Wochenendfahrverbots festgesessen sein. Der Ukrainer war offenbar nicht allein, auch andere Lkw-Fahrer waren zugegen. Am Parkplatz soll am Abend vor der Tat eine Feier unter den Lkw-Lenkern stattgefunden haben, an der auch das später Opfer teilnahm. Jede Menge Alkohol soll geflossen sein. Schließlich soll die Feier außer Kontrolle geraten und es zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.