© dpa/Fredrik Von Erichsen

Attacke
08/28/2013

Tiroler Jagdverband kommt nicht zur Ruhe

In Kärnten soll ein Salzburger im Wald von einem Jäger angegriffen worden sein.

Die Aufregung um das Internetvideo, auf dem der qualvolle Tod einer Gams in einer Leutascher Jagd zu sehen ist (der KURIER hat berichtet), ist noch nicht abgeebbt. Da sieht sich der Tiroler Jagdverband bereits mit dem nächsten Fall von nicht waidgerechtem Verhalten konfrontiert. Und der soll sich ausgerechnet ebenfalls in der Leutasch, wenn auch bei einer anderen Jagd, ereignet haben.

Nur für die Trophäe

Laut einem Bericht auf dem Internet-Blog dietiwag.orgwurde im sogenannten Trauchtelt beim Steinernen Hüttl eine Gams samt ihrem etwa drei Monate alten Kitz geschossen. Die Kadaver wurden in einem Wassergerinne einfach liegen gelassen. Der Gais wurde aber die Trophäe abgetrennt.

Landesjägermeister Anton Larcher bestätigt den Vorfall, der sich Anfang August ereignet haben soll, auf Anfrage des KURIER. „Wir haben auch in diesem Fall sofort ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Jeder Verstoß gegen die Ethik und jedes nicht waidgerechte Verhalten wird ohne Pardon geahndet.“

Und genau danach sieht es auch in diesem Fall aus. „Jedes geschossene Tier gehört mitgenommen und verwertet. Man schießt nicht einfach nur, um sich irgendwelche Knochen an die Wand zu hängen“, bezieht Larcher klar Stellung. Das hat er zwar auch im Fall jenes auf Film gebannten Jagdvorfalles gemacht, bei dem eine angeschossene Gams über spitze Steine einen Hang hinunter gezerrt wurde. Seither sieht er sich trotzdem mit Beschimpfungen konfrontiert.

Tätlicher Angriff

„Da bringen mich keine zehn Pferde mehr hin.“ So fasst ein 54-jähriger Salzburger seinen Kärnten-Urlaub zusammen: Nach einer Begegnung mit Jägern im hinteren Pöllatal, Gemeinde Rennweg, Bezirk Spittal/Drau fühle, er sich hier nicht mehr sicher und befürchte Anfeindungen. Laut Standard habe er einen Jäger wegen tätlichen Angriffs angezeigt. „Wir sind gleich nach dem Vorfall mit unseren Kindern, 4 und 9 Jahre, abgereist“, betont der Mann gegenüber dem KURIER.

Der Sozialarbeiter und Mediator erzählt weiter, er sei bei einer Wanderung auf die Eisigalm von einem Jäger, der mit zwei Kollegen unterwegs war, zur Rede gestellt worden: „Ich dürfe nicht durch dieses Waldstück gehen“, berichtet der Salzburger. Als er dem Weidmann seinen Ausweis nicht zeigen wollte, eskalierte die Situation: „Ich habe erfolglos versucht zu beschwichtigen.“

Vielmehr hätte sich der Jäger auf ihn gestürzt, sein Ohr umgedreht, ihn am Hals gepackt, gewürgt und gegen einen Baum gedrückt. „Dann hat er mich noch über eine Böschung gestoßen“, fügt der 54-Jährige hinzu. „Da bin ich mit meinem Hund regelrecht weggerannt – immerhin hatten alle drei Gewehre.“ Die beiden anderen Jäger hätten nicht versucht, den Angriff zu verhindern.

Johann Ramsbacher von der Polizeiinspektion Rennweg am Katschberg bestätigt die Anzeige: „Wir haben die Jäger ausgeforscht, sie wurden jedoch noch nicht einvernommen.“ Bei dem angeblichen „Haupttäter“ handelt es sich um einen Aufsichtsjäger, der in einer Eigenjagd unterwegs war.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.