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Bundesheer
06/19/2020

Tanner kündigt Prämie für Milizsoldaten an

Ungleiche Bezahlung, schlechte Organisation bei Einsätzen, so die Kritik von Milizsoldaten. Ministerin Tanner verspricht Verbesserungen.

von Theresa Bittermann

Als "PR-Inszenierung" bezeichnete ein Milizsoldat in der ZIB2 die Bundesheer-Einsätze in der Corona-Krise. Dem Soldaten, der anonym bleiben wollte, zufolge soll man auf Einsätze nicht gut vorbereitet worden und Sicherheitsmaßnahmen sollen dürftig gewesen sein. Abstand und Maske waren nicht immer der Fall, sagte er. Milizsoldaten fühlten sich außerdem oft als Soldaten zweiter Klasse, hieß es weiter. Grund dafür sei unter anderem die unterschiedliche und zu geringere Entlohnung. Kritik kam auch von den Neos.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) kündigte nun an, den Milizsoldaten eine Corona-Prämie von bis zu 1.000 Euro auszahlen zu wollen. Außerdem arbeite sie an einer Gesetzesänderung, wonach die Entlohnung nach Funktion und Dienstgrad angeglichen werden soll.

Zudem sagte Tanner in der ZIB2, sie wolle eine Arbeitsgruppe starten, in der vor allem der akutelle Einsatz evaluiert werden soll. Etwa, ob Ausrüstungsgegenstände noch auf dem aktuellen Stand sind.