Entwurzelter Baum in Hall in Tirol.

© APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL

Kärnten/Tirol
11/05/2014

Stromausfälle und Schäden nach Föhnsturm

Heftige Föhnböen fegten in der Nacht über Österreich. Besonders betroffen waren Kärnten und Tirol.

Orkanartige Föhnböen haben in der Nacht auf Mittwoch in Teilen Tirols und Kärntens die Feuerwehren auf Trab gehalten. Hunderte Haushalte waren ohne Strom. In Tirol musste eine S-Bahn evakuiert werden.

Straßensperren gab es in der Nacht nach Angaben der Polizei in Hall, Absam, Gnadenwald, im Wipp- und Stubaital. Die Brennerbundesstraße (B182) musste im Gemeindegebiet von Gries am Brenner wegen umgefallener Bäume für einige Zeit gesperrt werden. Auch die Autobahnausfahrt Hall-Mitte war aufgrund eines entwurzelten Baumes kurzfristig gesperrt.

Im Bezirk Innsbruck-Land wurden die Dächer mehrerer Häuser abgedeckt. Am Mittwochvormittag waren nach wie vor Haushalte in sieben Gemeinden von Stromunterbrechungen betroffen.

Tirol: Feuerwehrmann verletzt

In Hall wurde ein Feuerwehrmann durch herabfallende Dachteile am Kopf getroffen. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Hall eingeliefert. In der Nacht auf Mittwoch wurde nach Angaben der ÖBB die Oberleitung im Güterbahnhof Hall durch eine verwehte Plane beschädigt. Zwischen Wattens und Hall wurde die Oberleitung durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Bis 1.00 Uhr war die Strecke unterbrochen, danach eingleisig bis zum Frühverkehr. Deshalb gab es auch vereinzelt Verspätungen bei den S-Bahnen nach Innsbruck. Im Güterbahnhof Hall traten massive Verschubbehinderungen auf.

Eine S-Bahn-Garnitur blieb am Dienstagabend zwischen der Abzweigung "Fritzens/Wattens 2" und Hall außerhalb des Bahnsteigbereichs hängen und musste evakuiert werden. Die Feuerwehr brachte 15 Passagiere in Sicherheit. Verletzt wurde niemand.

Kärnten: 300 Haushalte ohne Strom

Der Föhnsturm hat auch in Teilen Kärntens Schäden verursacht. Im Bezirk Spittal waren laut Polizeiangaben wegen eines beschädigten Strommasts vorübergehend 300 Haushalte ohne Strom. Ursache war ein Glimmbrand wegen eines defekten Isolators an einer 20-KV-Stromleitung.

Der Sturm - mit Orkanböen entlang der Hohen Tauern - brachte auch große Regenmengen in den Südwesten Kärntens. Wegen der Niederschlagsprognose hatte der Verbund bereits am Dienstag begonnen, die Drau-Stauseen Rosegg, Feistritz und Edling (Völkermarkter Stausee) um 2,5 Meter abzusenken.

In Salzburg hat der Föhnsturm laut Landesfeuerwehrkommando nur in der Gemeinde Stuhlfelden (Pinzgau) Probleme bereitet. Dort haben in der Nacht auf Mittwoch Böen etliche Bäume gebrochen, die zum Teil auf eine Gemeindestraße gestürzt sind. Drei Häuser mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, weil die Gefahr bestand, dass Bäume auf sie fallen, so Feuerwehrkommandant Martin Mayrhofer.

Ein 53 Jahre alter Kärntner ist Mittwochfrüh in Weißbriach (Bezirk Hermagor) in den Schwarzenbach gestürzt. Laut Polizeiangaben vermochte der Mann wegen des starken Regens und der Höhe der Böschung nicht aus eigener Kraft aus dem Bachbett zu klettern. Er wurde von der Feuerwehr geborgen und vom Roten Kreuz zur Beobachtung ins Landeskrankenhaus Villach gebracht.

Salzburg: Föhnsturm knickte etliche Bäume

Die Feuerwehr musste zwei Mal ausrücken. Schon beim ersten Mal waren Bäume auf die Straße gefallen. Die Helfer entfernten diese, aber schon eine Stunde später knickte der Sturm erneut einige Fichten. Wegen der Gefahr umstürzender Bäume wurden dann die drei Häuser geräumt. Die insgesamt neun Bewohner wurden vorübergehend bei Freunden oder Verwandten untergebracht. Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher hofft, dass sich der Sturm im Lauf des Tages wie vom Wetterdienst angekündigt legt, damit die Menschen spätestens bis zum Abend in ihre Häuser zurück können. Die Gemeinde hat Forstarbeiter damit beauftragt, die gefallenen Bäume zu entfernen, damit die Straße wieder befahren werden kann, sagte Ottenbacher.

Probleme bei der Stromversorgung gab es im Bundesland Salzburg so gut wie keine. In Annaberg im Tennengau gab es gegen 21.30 Uhr kurzfristig und kleinräumig keinen Strom, ebenso um ca. 2.00 Uhr im Bereich Böckstein bei Bad Gastein (Pongau), so Sigi Kämmerer, Sprecher der Salzburg AG.

Vorschau

Für den Südwesten werden bis Donnerstag große Regenmengen vorhergesagt. Vor allem in Oberkärnten und im südlichen Osttirol regnet es bis Donnerstag zwischen 100 und 130 Millimeter. Probleme durch Muren und kleinere Überschwemmungen sind möglich, da es bis weit hinauf regnet. Die Schneefallgrenze liegt bei 2.000 Meter und höher.

Der Donnerstag wird überall kühl, trüb und nass. An der Alpennordseite sinkt die Schneefallgrenze für kurze Zeit auf 800 bis 1.000 Meter. Ab Freitag wird es dann vor allem im Westen nördlich der Alpen mit leichtem Föhn wieder freundlicher. Im Norden und Osten bleibt es voraussichtlich trüb und im Süden und Südosten regnet es immer wieder.

Im Westen und im Süden sorgt Störungseinfluss am Freitag weiterhin für Niederschläge. Die Schneefallgrenze steigt jedoch wieder in Hochgebirgslagen. In den übrigen Regionen steht eine Mischung aus Sonnenschein, Wolkenfeldern sowie einzelnen Regenschauern auf dem Programm. Im Osten kann es anfangs auch Nebel-oder Hochnebelfelder geben. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost bis Süd. Die Frühtemperaturen liegen zwischen zwei und elf Grad, tagsüber werden maximal 18 Grad erreicht.

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