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Steiermark
11/28/2013

Steirer initiiert erneut Pflege-Volksbegehren

Klaus Katzianka tritt nach sechs Jahren nochmal für leistbare Pflege ein. 8.000 Unterstützer braucht er.

Der steirische Pflege-Aktivist Klaus Katzianka initiiert nochmals ein Pflege-Volksbegehren unter dem Motto "Pflege leistbar". Ziele sind u.a. die 30-prozentige Erhöhung des Pflegegeldes, dessen Verankerung und jährliche Valorisierung in der Verfassung, bundesweit einheitliche Bestimmungen und bessere Entlohnung der österreichischen Pflegekräfte, schilderte Katzianka am Donnerstag in Graz.

"Im Bereich der Finanzierung der Pflege braucht es ein systematisches Umdenken. Mein Ziel ist es, pflegebedürftige Menschen unabhängig und selbstbestimmt zu machen", betonte Katzianka im Pressegespräch. Der 52-Jährige hat bereits vor sechs Jahren ein Pflegevolksbegehren initiiert, damals aber nicht die erforderlichen Unterstützungsunterschriften bekommen.

Selbst Betroffener

Katzianka ist selbst von Geburt an auf Pflege angewiesen und betreibt in Leoben eine Agentur, die 24-Stunden-Pflege organisiert. "Derzeit können sich nur zehn Prozent der Betroffenen eine 24-Stunden-Pflege leisten", schilderte er seine Erfahrungen als Vermittler von Pflegekräften aus den östlichen Nachbarländern. Dieser Notstand könne laut dem Initiator behoben werden, indem die öffentlichen Mittel von der teureren Betreuung in Pflegeheimen zur "weit kostengünstigeren" Finanzierung der häuslichen Versorgung umgeschichtet werden.

Katziankas Finanzierungsmodell geht davon aus, dass sich durch die verstärkte Inanspruchnahme der 24-Stunden-Betreuung und weniger stationärer Betreuung österreichweit jährlich 1,5 Mrd. an öffentlicher Finanzierung einsparen ließen. Diese Summe sollte "eins zu eins" in die Erhöhung der Pflegegelder investiert werden. "Unser Ziel ist, dass ältere, kranke und behinderte Menschen so lange es geht zu Hause betreut, versorgt und gepflegt werden - deshalb wollen wir das Pflegegeld so stärken", erläuterte Katzianka. Ein weiterer Teil der möglichen Ersparnis durch die Stärkung der "Versorgung daheim" sollte laut Katzianka in eine ebenfalls 30-prozentige Erhöhung der Entlohnung der Pflegekräfte in Österreich fließen.

Pflegeregress ist "Katastrophe"

Dass die Steiermark das einzige Bundesland Österreichs ist, in welchem Angehörige aus ihrem laufenden Einkommen Pflegekosten zurückzahlen müssen, empfindet Katzianka als "Katastrophe". Dementsprechend setzt er sich auch für bundesweit einheitliche Regelungen und Bestimmungen im Pflegebereich in der Bundesverfassung ein.

Bereits bis Mitte 2014 will Katzianka die notwendigen rund 8.000 Unterstützungserklärungen gesammelt haben. Die Formulare sind über Katziankas Unternehmens-Homepage www.europflege.at abrufbar, sie sollen aber auch auf Gemeindeämtern aufgelegt werden.

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