Spritpreisbremse: "Kasperltheater auf dem Rücken der Autofahrer"
Kein Ansturm auf dieser Tankstelle in 1220 Wien
Preise um 11:55 Uhr
Preis ab 12 Uhr
Eine Autofahrerin kommt kurz nach 12, weil der Tank leer ist - und nicht wegen der Preisbremse. Die bringe eh nur kleine Cent-Beträge, am besten wäre es, das Auto ganz stehen zu lassen, meint sie: "Aber das geht auch nicht immer."
Wir haben nachgerechnet: Bei dieser Tankstelle macht der Unterschied genau 6 Euro für einen 50 Liter. Tank aus. Statt 114,45 Euro fünf Minuten vor zwölf Uhr kostet die gleiche Menge nach Mittag 108,45 Euro.
Ein anderer Autofahrer rollt an und erzählt, dass die Spritpreisbremse für ihn uninteressant ist, da sich der Preis nur minimal ändern würde. Er fährt am Wochenende lieber nach Slowenien, um dort zu tanken. Dort sei der Tank um 50 Cent günstiger.
Hier ist jedenfalls auch kein Ansturm zu erkennen. Redakteurin Stephanie Angerer war zudem bei einer Turmöl-Tankstelle in Wien-Josefstadt. Auch dort war es um die Mittagszeit sehr ruhig, ein Auto ist gerade eingebogen, der Tankwart kam aus seinem Stüberl und ging entspannt zu der Frau, die "einmal volltanken" geordert hat.
Avanti in Stegersbach
Blick ins Burgenland
Ein Lokalaugenschein in Stegersbach von Redakteur Gernot Heigl zeigt, wie sich die neue Regelung hier unmittelbar auf die Preise auswirkt. Bei zwei nur rund 700 Meter voneinander entfernten Tankstellen lagen die Dieselpreise kurz vor Mittag noch deutlich höher.
Um 11.50 Uhr kostete Diesel bei Turmöl 2,199 Euro, bei Avanti sogar 2,289 Euro. Nach Inkrafttreten der Maßnahme sanken die Preise: Bei Turmöl auf 2,138 Euro, bei Avanti auf 2,169 Euro. Auffällig ist dabei, dass die Preise kurz vor Mittag nochmals angehoben wurden.
Ein 28-jähriger Autofahrer zeigt sich wenig überzeugt: „Die Reduzierung ist lieb, aber unterm Strich lächerlich. Ein politisches Kasperltheater auf dem Rücken der Autofahrer …“
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