Chronik | Österreich
06.08.2018

Spendenkonto für inhaftierten 18-Jährigen soll Eltern helfen

Große Anteilnahme. Gemeinde installierte Hilfskonto und garantiert korrekte Verwendung der Spenden.

Sexvorwurf. Immer mehr Menschen wollen dem 18-Jährigen aus Mitterkirchen in Oberösterreich helfen, der in den USA in Haft genommen worden ist. In seiner Heimatgemeinde wurde deshalb am Montag ein Spendenkonto installiert. „Wir haben, so wie die Familie, viele Mails und Anrufe mit Hilfsangeboten bekommen. Wir wollen ganz einfach mithelfen, dass die Sache gut ausgeht“, erklärt der Mitterkirchener Bürgermeister Herbert Froschauer.

Wie berichtet war der junge Mann vor einer Woche in Florida verhaftet worden, weil er mit seiner 15-jährigen Internetfreundin, zu der er gereist war, Sex hatte. Das ist in den USA unter einem Alter von 16 Jahren verboten. Verzweifelt versuchen die Eltern, den Jugendlichen von daheim aus bestmöglich zu unterstützen. Dazu ist viel Geld notwendig. Um den in den USA engagierten Anwalt zu bezahlten und eventuell eine auf 170.000 Euro festgesetzte Kaution für eine vorläufige Freilassung des 18-Jährigen aufzubringen, sollen die Spenden genutzt werden. Auch beim KURIER gab es Nachfragen von Unterstützern.

Haftung

„Wir als Gemeinde haften dafür, dass das Geld nur für die Unterstützung des Burschen und seiner Eltern verwendet wird“, erklärt der Bürgermeister. Auch eine Reise der Eltern zum Sohn nach Sarasota, wo er inhaftiert ist, könnte von dem Konto („Leo Simetzberger“, Raiffeisenbank Mitterkirchen, IBAN: AT 31 3477 7000 0082 6727) mitfinanziert werden, sagt Froschauer. Mit dem Besuch, für den auch Landeshauptmann Thomas Stelzer Landeshilfe zugesagt hat, warten die Eltern noch zu. „Sie wollen sehen, wie sich in den USA alles entwickelt“, sagt Froschauer. Die Familie werde zudem durch das Außenamt und die Botschaft „großartig“ unterstützt.

Wolfgang Atzenhofer