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Chronik Österreich
11/19/2019

Das sind die teuersten und die billigsten Skigebiete

Für eine 6-Tage-Karte werden teils schon über 300 Euro fällig. In Kitzbühel kostet die Tageskarte 58, in Weyregg 18 Euro.

Die heimischen Skigebiete haben ihre Ticketpreise auch heuer wieder kräftig angehoben - im Schnitt liegen die Preiserhöhungen deutlich über der allgemeinen Inflation. So kosten die Erwachsenen-Tageskarten laut Verein für Konsumenteninformation (VKI) heuer um 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr, die Preise für 6-Tage-Tickets wurden sogar um 3,9 Prozent erhöht.

Der VKI hat wie jedes Jahr auch heuer wieder die Ticketpreise von mehr als 100 heimischen Skigebieten verglichen. Das teuerste Skigebiet in Österreich bleibt unangefochten Kitzbühel. In der Hauptsaison legt ein Erwachsener dort heuer 58 Euro für eine Tageskarte ab. Es folgen mit 56,50 Euro ex aequo Arlberg, Saalbach und die Schmittenhöhe.

Bei den 6-Tage-Tickets wurde die 300-Euro-Marke heuer überschritten: In Ischgl/Samnaun muss man dafür 307,50 Euro hinblättern, in Sölden und Obergurgl-Hochgurgl jeweils 302,50 Euro.

Was die Preise in die Höhe treibt ist unter anderem der massive Einsatz von Schneekanonen. Laut VKI gab es im Jahr 2007 in ganz Europa nur 3.000 Schneekanonen und -lanzen, inzwischen sind es allein in Österreich knapp 30.000. "Der Wintertourismus ist ohne künstliche Beschneiung nicht mehr möglich, zumindest nicht in der derzeitigen Form", schreibt der VKI.

"Undifferenzierte" Erhebung

Die Seilbahner sehen sich von der Erhebung unfair behandelt. „Ich bin sehr für transparente Kundeninformation, aber das ist eine undifferenzierte Betrachtungsweise“, sagt Josef Burger, Vorstand der Kitzbüheler Bergbahnen zum KURIER. Die Erhebung würde nur den Preis für die Premium- Saison abbilden, die mit acht Wochen nicht einmal die längste sei. Die Basis-Saison dauert zehn Wochen, da kostet die Tageskarte in Kitzbühel 53 Euro.

„Wir haben für diese Saison im Jänner erstmals die Basis-Saison eingeführt. Eine Zeit, in der nicht wenige Leute Skifahren“, erklärt Burger. Dazu gebe es auch während der teuersten Wochen unter der Woche zahlreiche Ermäßigungen. Die Preiserhöhung bei der Tageskarte beträgt in Kitzbühel einen Euro, das ist nahe an der offiziellen Teuerungsrate.

Kitzbühel mit großer Investition

„Unser Produkt verbessert sich laufend. Wir investieren in die Qualitätsverbesserung, heuer haben wir mit 32 Millionen Euro das bisher höchste Investitionsvolumen“, sagt Burger. Alleine 27,5 Millionen Euro gehen in die größte Einzelinvestition, die Erneuerung der Fleckalmbahn. Mit dem Rest werde unter anderem die „Schlagkraft der Beschneiung“ erhöht.

Dass das vor allem passiere, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern, will Burger so nicht stehen lassen. „Wir investieren ins Know-how, in ein Schnee-Management-System. Dabei geht es darum, dass wir nicht mehr beschneien, sondern so schnell wie möglich und so wenig wie möglich“, erklärt der Bergbahnen-Chef.

Zusammenschluss kostet

Dieter Egger, Chef der Schmittenhöhebahn in Zell am See, bestätigt, dass der relativ deutliche Preisanstieg in seinem Skigebiet mit dem Zusammenschluss mit Saalbach-Hinterglemm zu tun habe. Man habe die Preise durch den Ticketverbund angleichen müssen.

Vor zwei Jahren kostete die Tageskarte noch 51 Euro, nun sind es 56,50 Euro. Egger liefert ein weiteres Argument für die Preiserhöhung. Bei den aktuellen Preisen passe die Relation zu mittelgroßen Skigebieten. „Wenn wir den Preis sehr nieder drücken, dann bringen wir die kleinen Skigebiete um“, meint Egger.

Noch zehn Naturschnee-Gebiete

Der Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen, Franz Hörl, begründete die Preiserhöhungen vor allem mit neuen Liften, Pisten und Beschneiungsanlagen. Für die kommende Wintersaison habe man 754 Mio. Euro investiert, sagte Hörl am Sonntag im Ö1-"Abendjournal".

Inzwischen gibt es in Österreich nur noch zehn Naturschnee-Skigebiete. Am billigsten sind die Wachtberglifte in Weyregg am Attersee, wo man für eine Erwachsenentageskarte 18 Euro verlangt. Das kleine Skigebiet in Oberösterreich hat nur 3 Schlepplifte und 4 Pistenkilometer.

Auch die Viehberglifte in Sandl in Oberösterreich setzen ganz auf Naturschnee und bieten die Tageskarte um 20,50 Euro an. Die Nummer 3 unter den günstigen Skigebieten Österreichs hat Schneekanonen: In Raggal (Vorarlberg) zahlt ein Erwachsener für einen Tag Skifahren 22,50 Euro.