© Hörmandinger Reinhard

Chronik | Österreich
03/18/2019

Skifahren fällt heuer zu Ostern oft aus

Zu später Termin: Zum Ferienstart sind viele Lifte bereits zu. Touristiker sehen trotz Top-Bedingungen kein Geschäft

Wenn es den heimischen Skibetrieben im heurigen Winter an einem nicht mangelt, dann ist es Schnee. Zuletzt gab es sogar noch einmal kräftigen Nachschub: Ein halber Meter war es alleine in der Nacht auf Freitag am Arlberg.

Bei solchen Voraussetzungen könnten sich die Touristiker in einem anderen Jahr die Hände in Vorfreude auf ein kräftiges Oster-Geschäft reiben. Doch die Ferien kommen heuer derart spät (13. bis 23. April in Österreich, in Deutschland noch eine Woche länger), dass der Großteil der Bergbahnen den Betrieb bereits eingestellt haben wird.

Daran wird auch der viele Schnee auf den Pisten nichts ändern. 3,4 Meter liegen etwa noch im Skigebiet Hochkar in Niederösterreich, wo die Lifte am 7. April abgestellt werden. An eine Saisonverlängerung bis in die Ferien wird nicht gedacht.

Schluss wie geplant

Die Betreiber glauben nicht, dass sie Geschäft machen würden. „Die Verlockung, so spät noch einmal die Ski anzuschnallen, ist sicher nicht mehr bei vielen groß. Da gibt es schon jede Menge anderes Freizeitangebot“, sagt Manager Andreas Buder. Die Betriebszeiten würden zudem schon ein Jahr im voraus festgelegt und mit den Tourismusbetrieben abgestimmt.

Der späte Ostertermin kommt heuer besonders ungelegen. Im Jänner legten die Schneemassen das Hochkar für zwei Wochen still. In der verbleibenden Zeit will man das Gästeminus so gut wie möglich kompensieren.

Das Jänner-Chaos wirkt auch in vielen anderen Tourismusregionen noch negativ nach. „Im Jänner hatten wir ein Minus. Vor allem die Medienberichte haben uns geschadet“, sagt Wolfgang Quas, Marketingleiter des Salzburger Skicircus Saalbach-Hinterglemm.

Die heuer erst Mitte April startenden Osterferien machen die Aufholjagd schwieriger. Denn der Hauptbetrieb im Skigebiet endet am 31. März. „Wir haben daher den Sonnenskilauf heuer besonders stark beworben“, sagt Quas, der hofft, dass „wir im Vergleich zur vergangenen Saison plus/minus Null aussteigen.“ Auch ohne das eigentliche Ostergeschäft.

Helfen sollen dabei die „White Pearl Mountain Days“. Bis zum Saisonende werden im Skigebiet täglich zwei der 34 Skihütten von DJs bespielt. Events sind in den großen Wintersportregionen zum Anlocken der Frühlingsskiläufer bereits seit Jahren Standard.

In jenen Skigebieten, die Ostern 2019 nicht mitnehmen können, gilt das nun in besonderem Maße. Dort wo die Lifte aufgrund Höhen- und Schneelage ohnehin bis Ende April geöffnet haben, hoffen die Touristiker aber natürlich auch auf die Magnetwirkung ihrer Events.

Hoffen auf April

Das Skidorf Ischgl im Tiroler Paznauntal gilt als Pionier dieser Vermarktungsschiene. „Wir haben drei Konzerte in drei Tagen. So geballt gab es das noch nie“, sagt Andi Steibl, Geschäftsführer des TVB Ischgl. Das Oster-, Frühlings- und Abschlusskonzert (siehe unten) so dicht gedrängt stattfinden, ist dem späten Ostertermin geschuldet.

„Ich sehe dem April mit großen Erwartungen entgegen. Es ist ideal, dass so viel Schnee liegt. Wir können eine Schneegarantie bis zum 1. Mai abgeben“, sagt Steibl.

Mit viel Konkurrenz muss er nicht um Gäste rittern. Es sind vor allem die Gletscherskigebiete und vereinzelt auch andere Skigebiete, die traditionell so lange ihre Lifte offen halten. St. Anton am Arlberg gehört dazu.

Die Region bekam heuer besonders viel Schnee ab. Über vier Meter liegen am Berg. Die Lifte bleiben bis zum 28. April in Betrieb, in Sölden ebenfalls. Kitzbühel peilt trotz niedriger Lage den 1. Mai an. Das Geschäft hängt vom Wetter ab. Ist es zu schön, kommt bei Städtern die Lust auf Skifahren im April vielleicht gar nicht mehr auf.

Mit Schnäppchen und Partys die Saisonbilanz aufpolieren

Drei Konzerte in neun Tagen sind sogar für die Party-Hochburg Ischgl ein Superlativ. Johannes Oerding (21.4.), Sarah Connor (28.4.) und Lenny Kravitz (30.4.) sollen zum Finale noch einmal richtig viele Gäste ins Skigebiet locken.


Ab 23.3. gibt es die Lady-Skiwoche in Großarl, unter anderem mit Konzert von Christina Stürmer. Wer einen einwöchigen Aufenthalt für zwei bucht, kriegt den zweiten Skipass gratis dazu.
Bis zum 31.3. laufen in Saalbach-Hinterglemm noch die White Pearl Mountain Days. Jeden Tag werden dabei zwei Hütten im Skigebiet mit chilligem Sound bespielt.


In Mayrhofen werden in der letzten Woche der Skisaison (8.–13.4.) wieder 6000 Engländer zum Snowbombing erwartet. Der Event ist   eine Mischung aus Musikfestival und Pistenspaß.
Für das Electric Mountain Festival in Sölden (4. und 5.4.) wird mitten im Skigebiet eine riesige Bühne aufgebaut, von der DJs dem Partyvolk einheizen. Die Lifte im Skigebiet bleiben – je nach Schneelage – noch bis zum 28.4. geöffnet.


Das gilt auch für die Anlagen in St. Anton am Arlberg. Bereits eine Woche vor Liftschluss steht am 21.4. das legendäre Skirennen „Der weiße Rausch“ auf dem Programm. Vom Vallugagrat stürzen sich 555 Skifahrer, Snowboarder oder Telemarker den Berg hinunter.