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Chronik Österreich
04/29/2021

Schützenhöfer zu Corona: "Aufatmen, aber nicht zu tief Luft holen"

Impfen schreite in der Steiermark gut voran. Testen für Landeshauptmann einer der Schlüssel zum Erfolg der Öffnung.

Steiermarks Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Vorsitzender der LH-Konferenz, gab sich Donnerstagabend im steirischen Presseclub vorsichtig optimistisch: „Wir haben die Corona-Epidemie nicht überwunden und wir müssen höllisch aufpassen“. Man könne aber von berechtigter Zuversicht sprechen. „Aufatmen, aber nicht zu tief Luft holen“, formulierte es der Landschef. Bei genügend Impfstoff könne man es schaffen, bis Schulende die impfwillige Bevölkerung durchzuimpfen.

Schützenhöfer berichtete, in der Steiermark hätten sich rund 560.000 Menschen zum Impfen gegen Covid-19 angemeldet. Rund 380.000 Dosen seien verimpft worden. Etwa eine Million Menschen sei zu impfen. Herdenimmunität bestehe bei 70 Prozent. „Da gehen uns noch einige ab, aber die Zahlen der Anmeldungen sind erfreulich hoch.“

Weniger Arbeitslose

Die Zahlen in Bezug auf Corona seien das eine, das andere Erfreuliche seien die Zahlen am Arbeitsmarkt. Ende März 2020 waren in der Steiermark 64.000 Menschen arbeitslos, Ende März 2021 rund 51.000. Aber noch viel wichtiger: Im Vorjahr im April waren in der Steiermark 180.000 in Kurzarbeit, nun seien es 63.000. „Das beweist schon, der Weg ein guter“, sagte Schützenhöfer.

Bei den Intensivbetten sei man in der Steiermark recht gut beieinander, aber es könne sich auch täglich ändern, deshalb trage man die Öffnungsschritte mit einem gewissen Bauchweh mit. „Das Projekt kann gelingen, wenn es uns gelingt, viel zu testen, das ist ja auch der Unterschied zu Deutschland.“, sagte der Landeshauptmann.

Bei den Tests gebe es eine großartige Entwicklung, in Summe habe man fast 3,9 Millionen Testungen, davon 2,4 Millionen im Verantwortungsbereich des Landes, die anderen in Apotheken, Betrieben und Gemeinden.

Hinschauen

Er sei ein „Anhänger des Hinschauens, wenn wir nicht wissen, wo ein Cluster herkommt“. Da gehe es um mehr Testungen, da müsse man bei den Gemeinden ansetzen, da sei man bisher ganz gut damit gefahren. „Wenn im Bezirk Hermagor etwas passiert, muss ich nicht Murau schützen.“

Er sei sehr für das Öffnen, so Schützenhöfer, „aber wenn wir es nicht schaffen, die Selbsttests so gestalten, dass man sie zu Hause machen und es auch kontrolliert werden kann, dann kann ich die Verantwortung nicht übernehmen. Wir können ja in der Gastronomie nicht zu jedem Bierkrügerl eine Testperson stellen“. Das müsse gut organisiert werden. Er habe in dieser Hinsicht gebeten, dass man sich rasch zusammensetze, auf Bund-Länder-Ebene. „Die Zeit läuft, ich habe Sorge das wird schwierig, aber wir werden da andrücken.“

Auf die Frage, ob während seines LH-Vorsitzes der Zusammenhalt im Gremium gestärkt wurde, sagte Schützenhöfer: „Ich würde sagen, ja, die LH-Konferenz war immer gut, wenn sie zu Kompromissen findet und mit einheitlicher Zunge spricht.“ Da müsse man die zentrifugalen Kräfte bündeln, zwischendurch habe es ja schon Hänger gegeben. In großen Fragen sind große bundeseinheitliche Lösungen gefragt.

Zweite Breitband-Milliarde

Mit LHStv. Anton Lang (SPÖ) habe er vereinbart, die weiß-grüne Agenda von 2019 anzusehen, was ist zu adaptieren, was neu und was zusätzlich zu machen. „Wenn das Virus zum Teufel gejagt ist, wird es wieder den Wettbewerb der 270 europäischen Regionen geben, da wollen wir vorne dabei sein“, so Schützenhöfer. In diesem Sinne gelte es, sich u.a. für eine zweite Breitband-Milliarde stark zu machen.

In Sachen Tourismus meinte Schützenhöfer, es seien ein paar Dinge im Bewusstsein der Menschen verankert, die vor der Epidemie nicht so gewesen seien: „Man kommt drauf, wie schön das eigene Land ist.“ Die Hotellerie habe schwer gelitten, aber die Entwicklung stimme zuversichtlich.

Kultur

Auf die Frage, was er, Schützenhöfer, den Kunst- und Kulturschaffenden angesichts der Coronakrise sagen können, sagte er: „Ich habe immer gefragt, warum machen wir nichts in der Kultur?“ Bei der LH-Konferenz habe er deponiert, er sehe nicht ein, dass man u.a. über Öffnungen von Schanigärten und Sport rede, aber nicht in der Kultur - „so diszipliniert, wie der Betrieb in der Grazer Oper organisiert war, das schien mir vorbildhaft.“ Er habe hier ein Zeichen gefordert, die Landehauptleute Wilfried Haslauer und Peter Kaiser hätten das unterstützt. Die Gesellschaft brauche dringend den kreativen Geist des Widerspruchs der Kunst. Leider erfolgten die Öffnungen im Kulturbereich erst jetzt.

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