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Chronik | Österreich
01/07/2019

Schneefälle: Warnung für Wochenmitte und Wochenende

Es sind neuerliche massive Schneefälle für das Wochenende prognostiziert. Eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Auch diese Woche strömt von Nordwesten her feuchte Luft an die Alpen und staut sich hier. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat bereits die nächste Schneewarnung ausgegeben, und für das Wochenende zeichnet sich eine weitere Front ab.

Von Dienstag bis Donnerstag sind an der Alpennordseite - von Vorarlberg über Nordtirol, Salzburg und die Dachstein-Region bis zum Mostviertel - 30 bis 80 Zentimeter Neuschnee zu erwarten, auf den Bergen stellenweise auch mehr als 100 Zentimeter, so die Prognose. Wegen des kräftigen Winds muss man mit Schneeverwehungen rechnen.

Eine nachhaltige Entspannung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Für das Wochenende zeigen die Vorhersagemodelle eine weitere Schneefront von Nordwesten her.

Schon in der Nacht auf Montag verzeichneten viele Skigebiete erneut Zuwächse bei den Schneehöhen. An der Nordseite der Alpen, von Vorarlberg über Nordtirol und Salzburg bis zur nördlichen Obersteiermark, kamen laut ZAMG verbreitet fünf bis 25 Zentimeter dazu, in Gipfellagen stellenweise rund 30 bis 40 Zentimeter.

50 bis 150 Zentimeter Neuschnee

Seit Mitte vergangener Woche lag die Summe der täglichen Neuschneemengen an der Nordseite der Alpen größtenteils zwischen 50 und 150 Zentimetern, im Hochgebirge auch darüber. Beim in 2.317 Meter Seehöhe gelegenen Alpinzentrum Rudolfshütte in Salzburg beispielsweise werden laut ZAMG aktuell 282 Zentimeter Gesamthöhe gemessen. Auf der Rax in Niederösterreich sind bei der Bergstation auf 1.547 Metern 98 Zentimeter Schnee zusammengekommen.

Durch Windverfrachtung und Setzung hat sich die Höhe der Schneedecke je nach Region sehr unterschiedlich entwickelt. Und die anhaltende Nordwestströmung hat zudem große Unterschiede in den Schneehöhen nördlich und südlich des Alpenhauptkamms zur Folge. So liegen am Galzig (2.079 Meter Seehöhe) am Arlberg derzeit rund 200 Zentimeter Schnee, auf der Villacher Alpe hingegen nur rund 20 Zentimeter (in 2117 Meter Seehöhe). Ein Beispiel von bewohnten Orten: Im Tiroler Hochfilzen (962 Meter) liegen derzeit rund 140 Zentimeter Schnee, in Mallnitz in Kärnten (1.197 Meter) nur 15 Zenitmeter.

Dächer vorsorglich abschaufeln

In Salzburg raten Experten daher Hausbesitzern dazu, die Niederschlagspausen zu nützen, um ihre Dächer von Schnee zu befreien. Denn zu den 50 bis 70 Zentimetern, die aktuell auf vielen Dächern liegen, wird laut Prognosen in den nächsten Tagen noch einmal annähernd die selbe Menge an Neuschnee erwartet. Die Last nimmt dadurch weiter zu, was zu Problemen bei der Statik führen könnte.

Ein Kubikmeter durchfeuchteter Altschnee kann immerhin bis zu einer halben Tonne wiegen. "Es ist in nächster Zeit kein Tauwetter in Sicht, was bedeutet, dass das Gewicht durch den Neuschneezuwachs immer mehr wird. Sollte es zwischendurch regnen, so sammelt sich das Wasser in Kanälen im Schnee und das verursacht auf dem Dach punktuell noch höhere Lasten", erklärte Bernhard Niedermoser, Leiter der Lawinenwarnzentrale Salzburg. Er empfiehlt darum, zeitig damit zu beginnen, den Schnee schon vorsorglich abzuschöpfen. "Dann hat man später keinen Stress mehr."