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Chronik Österreich
04/08/2019

Scharfe Kritik an neuem Polizei-Notrufsystem

Polizeigewerkschaftsboss: Anrufer landen beim Torposten statt beim Notruf, bis zu sieben Minuten Wartezeit.

von Dominik Schreiber

Der Betrieb der neuen Landesleitzentralen der Polizei verzögert sich. Die Polizeigewerkschaft war kürzlich bei einem Lokalaugenschein beim Testbetrieb in der Steiermark und sah dabei haarsträubende Probleme. Bei Testanrufen landete man beim Torposten statt in der Einsatzzentrale, teilweise gab es Wartezeiten bis zu sieben Minuten.

Start verschoben

Anfang 2019 hätte das noch unter dem vorherigen Innenminister gestartete Projekt „ELKOS“ in Vollbetrieb gehen sollen. Doch die Probleme häufen sich, der Start ist vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben. Ministerium und Softwarefirma schieben einander die Schuld zu, heißt es.

„Bereits im Vorfeld der geplanten Neuerrichtung der Landeleitzentralen wurde seitens der Personalvertretung immer wieder und mehrfach darauf hingewiesen, dass genau diese Mängel vor dem bundesweiten Rollout ausgeschlossen werden müssen“, sagt der oberste Polizeigewerkschafter Reinhard Zimmermann (FCG). „Letztendlich schlägt sich das schlechte Material auf eine mangelnde Qualität nieder, an der die Bediensteten keinerlei Schuld tragen. Nebenbei muss damit aber auch die Bevölkerung gerade bei der Abarbeitung von Notrufen lange Wartezeiten in Kauf nehmen.“

Mit Hilfe von Elkos sollen die Beamten und Funkstreifen computergestützt und damit schneller über den digitalen Funk zu den jeweiligen Einsatzadressen gelotst werden. Laut dem Projektleiter im Ministerium gibt es noch Kommunikationsprobleme zwischen dem Computersystem und dem Digitalfunk: „Es gibt Statusmeldungen, die per Knopfdruck funktionieren sollten. Beispielsweise, dass der Einsatz von der Streife übernommen wurde. Das funktioniert aber leider noch nicht einwandfrei.“

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