"Stirb, Nagl, stirb!" Eine bsoffene Schnaspidee, die vor Gericht endete.

© screenshot youtube

Graz
11/26/2013

Beleidigungen und Prügel für Papp-Stadtchef

"Stirb, Nagl, stirb!" war laut Künstler "Schnapsidee" - 200 Stunden gemeinnützige Arbeit

Alle sind sich einig, Richter, Staatsanwalt, Verteidiger, sogar die zwei Angeklagten. „Es war einfach blöd“, gesteht jener 29-Jähriger vor Gericht, der im Sommer mit einem Freund ein 44-Sekunden-Video produzierte. Darin schlug er auf eine Pappfigur ein, die ÖVP-Stadtchef Siegfried Nagl darstellte.

„Er ist ein bekennendes Arschloch“, diktierte der Grazer in die Kamera, prügelte los und forderte die Zuschauer auf, es ihm doch gleichzutun. „Stirb, Nagl, stirb“, titulierte er das Produkt von zwei bis drei Stunden künstlerischer Arbeit. Sein Freund lud das Video auf YouTube: Rund 500 Klicks soll es gegeben haben, bevor es die beiden einen Tag später löschten.

"Schwachsinn"

Das reicht aber für eine Anklage wegen gefährlicher Drohung und Beleidigung. „Ein Bürgermeister sperrt sich ja nicht ein, sondern geht durch die Stadt“, begründet der Staatsanwalt. „Muss der jetzt Angst haben, dass er attackiert wird?“ Der Künstler wirkt bei der Frage selbst erschrocken. „Ich hoffe nicht!“

Vor Gericht müssen sich die beiden Männer das Video noch einmal ansehen. „Mir ist das eigentlich sehr unangenehm, das anzuschauen“, gesteht der 29-Jährige. „Bekennendes Arschloch ... das ist Schwachsinn.“ Er habe sich über Veranstaltungsverbote und Lokalschließungen geärgert, dann noch etwas zu viel getrunken, ehe die „Kunstinstallation“ verprügelt wurde. Den „harten Titel“ habe er gewählt, um zu schockieren.

Der Richter belässt es bei einer Diversion: Jeweils 200 Stunden gemeinnützige Arbeit für die Stadt Graz müssen die Angeklagten verrichten – nicht rechtskräftig.

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