Prozess gegen steirischen Arzt: Zeugin wegen Falschaussage angeklagt

(Symbolbild) © Bild: KURIER/Deutsch

Es ging bei ihrer Aussage um die Erwähnung einer Waffe, Marihuana und Sprengstoff seitens des Arztes.

Im Fall jenes steirischen Arztes, der wegen Quälens seiner vier Kinder im Herbst 2017 vor Gericht stand, musste sich am Mittwoch eine Zeugin wegen Falschaussage verantworten. Sie belastete den Mediziner im Verfahren, nachdem sie zuvor das Gegenteil behauptet hatte. Es ging bei ihrer Aussage um die Erwähnung einer Waffe, Marihuana und Sprengstoff seitens des Arztes.

Es ist ein Nebenschauplatz eines großen Verfahrens, bei dem noch kein Ende in Sicht ist. Der oststeirische Arzt wurde in erster Instanz freigesprochen, über diverse Einsprüche wurden noch nicht entschieden. Eine seiner Patientinnen, mit deren Tochter er ein Verhältnis hatte, hatte bei zwei Einvernahmen beteuert, dass er nie über eine Waffe, Marihuana oder Sprengstoff gesprochen habe. Später änderte sie ihre Aussage und behauptete das Gegenteil.

 

"Eine Aussage muss falsch sein", meinte Richter Andreas Lenz und löste damit eine Flut von Erklärungen seitens der Angeklagten aus, sodass er selbst kaum zum Fragen kam. "Er hat gesagt, er wird jeden vernichten, der sich gegen ihn stellt. Ich habe panische Angst gehabt", sprudelte es aus der Frau heraus. Nachdem sie jahrelang zugunsten des Mediziners ausgesagt hatte, änderte sie 2016 ihre Angaben - nachdem die Ex-Lebensgefährtin des Beschuldigten mit ihr gesprochen hatte. "Ich habe das Gefühl gehabt, man muss gegen diesen Menschen endlich etwas unternehmen", lautete ihre Rechtfertigung für den Sinneswandel.

Nicht erklären konnte sie, warum sie trotz Angst und Panik weiterhin seine Patientin blieb. "Der nächste Arzt war zehn Kilometer entfernt", meinte sie. "Das ist nicht nachvollziehbar", warf Staatsanwalt Christian Kroschl ein. 2016 ging sie mit dem Arzt auch noch essen: "Das war ein Fehler", meinte sie bei der Verhandlung. "Ich bin mir nicht sicher, dass das stimmt, was Sie heute sagen", hatte Richter Lenz so seine Zweifel. "Sie werden immer unglaubwürdiger", fand auch der Ankläger.

Als Zeuge wurde auch der Mediziner gehört. Dieser will nie Probleme mit der Frau gehabt haben, sämtliche Drohungen ihr gegenüber wies er ebenfalls von sich. Der Richter vertagte, um noch weitere Zeugen - darunter auch Polizisten - zu hören. Ein Termin für die Fortsetzung stand zunächst noch nicht fest.

( Agenturen ) Erstellt am 25.04.2018