© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Österreich
01/04/2022

Privatpferd in der Spanischen Hofreitschule: Staatsanwalt ermittelt

Drei Personen werden als Beschuldigte geführt, der Verdacht lautet auf Untreue. Die Vorwürfe werden bestritten.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Affäre um die Ausbildung eines privaten Lipizzaners in der Spanischen Hofreitschule ist nun ein Fall für die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Wien hat Ermittlungen gegen drei Personen wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. „Es gibt Erhebungen gegen drei Beschuldigte“, sagt Nina Bussek, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, zum KURIER. Offenbar hat die erste Prüfung einen Anfangsverdacht ergeben. Betroffen vom Ermittlungsverfahren sind angeblich Johann Marihart, der Aufsichtsratchef der Hofreitschule, die ehemalige Reitschulchefin Elisabeth Gürtler und der aktuelle Co-Geschäftsführer Erwin K. Die Vorwürfe werden vehement bestritten.
 

Den Fall ins Rollen gebracht hat Klaus Krzisch, der frühere Erste Oberbereiter. Er hat über seinen Anwalt Dominik Konlechner Anzeige erstattet, weil Mariharts Tochter 2013 einen Lipizzanerhengst um 12.000 Euro von der Hofreitschule kaufte und gegen eine monatliche Gebühr (1.200 Euro) im Schulungszentrum Heldenberg einstellte. Laut Anzeige soll das Privatpferd in der Dienstzeit von Bereitern ausgebildet und bei 120 Aufführungen eingesetzt worden sein. Durch die Ausbildung soll sich der Wert des Pferdes enorm gesteigert haben. Laut Krzischs Berechnungen soll der finanzielle Entgang für die Hofreitschule etwa 140.000 Euro ausmachen.

Indes fragt sich Anwalt Konlechner, warum die Hofreitschule einen früheren Prüfbericht zu diesem Fall, den sie bei einer Wiener Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben hatte, noch nicht offengelegt hat. Der Bericht soll aber dem für die Hofreitschule zuständigen Landwirtschaftsministerium vorliegen. Laut Konlechner sollte Marihart bis auf Weiteres als Aufsichtsratchef abberufen und Co-Geschäftsführer K. dienstfrei gestellt werden.

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