Chronik | Österreich
05.10.2018

Steirische Landtagspräsidentin will ins EU-Parlament

Bettina Vollath kandidiert auf Platz 4 der SPÖ-Liste, das ist ein sicheres Mandat.

Dem Parlamentarismus, den sie seit drei Jahren lebt, will Bettina Vollath treu bleiben. Aber an anderer Stelle: Die Präsidentin des Landtages Steiermark hat sich im SPÖ-internen Hearing um einen Listenplatz für die EU-Wahlen beworben. Die knapp 56-Jährige wird ihn bekommen und damit als steirische Spitzenkandidatin fungieren.

Vollath wurde im Juni 2015 einstimmig zur Landtagspräsidentin gewählt, zuvor saß sie seit 2005 in verschiedenen Funktionen in der Landesregierung. Die Rechtsanwältin stieg als Quereinsteigerin im November 2005 in die Politik ein, geholt wurde sie vom damaligen SPÖ-Landesparteiobmann Franz Voves. Vollath betreute seither die Bildungs- und Jugendagenden ebenso wie das Jugendressort. 2010 wurde sie Finanzlandesrätin. Eine Zeit lang führte sie interimistisch die SPÖ Graz als Obfrau.

Die erste Frau im Amt

Das höchste Amt im Landtag übernahm sie als erste Frau in dieser Funktion überhaupt. Bis zu den EU-Wahlen im Mai 2019 will sie es auch behalten und danach den Landtagssitz zurücklegen.

Das könnte es SPÖ-Landesparteiobmann Michael Schickhofer möglich machen, auch über politische Rochaden nachzudenken: Im Jahr vor den nächsten regulären steirischen Landtagswahlen im Mai 2020 könnte er sein Regierungsteam neu positionieren und Personen austauschen, da ein hohes Amt mit Vollaths Wechsel in die EU-Politik vakant wird.

Sicheres Mandat

Vollath soll den vierten Platz auf der SPÖ-Liste erhalten, das bedeutet ein sicheres Mandant im EU-Parlament. Pamela Rendi-Wagner hatte die Zusage dafür am Freitag auf ihrem ersten Steiermark-Besuch als designierte Bundesparteiobfrau im Gepäck. Im Landesparteivorstand wurde Vollaths Kandidatur Freitagnachmittag formell abgesegnet.