"Noch nie gegeben": Polarlichter hätten dramatische Folgen haben können

Polarlichter über Österreich
Die Polarlichter, die in der Nacht auf Dienstag in Österreich zu sehen war, hätten Folgen haben können. 2026 sind noch weitere Nächte mit Polarlichtern möglich.

In der Nacht auf Dienstag traf ein starker Sonnensturm auf das Magnetfeld der Erde und sorgte in vielen Regionen Österreichs für eindrucksvolle Polarlichter. Störungen an Satelliten, Navigationssystemen oder im Stromnetz habe es Berichten zufolge jedoch keine gegeben.

Sonnensturm hätte deutlich dramatischer ausfallen können

Dabei hätten die spektakulären Lichtspiele am Himmel auch deutlich dramatischer ausfallen können, wie Christian Möstl, Leiter des Space Weather Office der GeoSphere Austria, erklärt. "Der aktuelle Sonnensturm erreichte nahe der Erde eine außergewöhnlich hohe Feldstärke von 91 Nano-Tesla, was dem Zehnfachen des Durchschnittswerts entspricht", so Möstl.

Vergleichbare Messwerte habe es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 "noch nie gegeben". Damit handelt es sich um den stärksten registrierten Wert seit mindestens 31 Jahren.

"Großflächige Stromausfälle wären möglich gewesen"

Trotz der außergewöhnlichen Stärke des Sonnensturms, löste dieser nicht den stärksten geomagnetischen Sturm des aktuellen Sonnenzyklus aus. Dennoch war es eine der vier stärksten Polarnächte. Der Grund dafür liegt laut Möstl in der Ausrichtung des Magnetfeldes im Inneren des Sturms: "Dieses war nahezu exakt nach Norden gerichtet und damit ungünstig orientiert, um effizient mit dem Erdmagnetfeld zu koppeln." Wäre das Magnetfeld in die entgegengesetzte Richtung ausgerichtet gewesen, hätte sich möglicherweise der stärkste geomagnetische Sturm seit 1921 ereignet. „In einem solchen Szenario wären eventuell auch großflächige Stromausfälle möglich gewesen“, erklärt Möstl weiter.

Weitere Polarlichter im Jahr 2026 möglich

Als Ursache für die auffällig hohe Zahl an Polarlichtern seit 2024 nennt er die natürlichen Schwankungen der Sonne. Zudem befinde sich die Sonne derzeit im Maximum ihres 11-jährigen Zyklus. In dieser Phase bilde sie besonders viele Magnetfelder aus. Diese aktive Phase werde auch noch das gesamte Jahr über anhalten, ehe die Sonnenaktivität ab 2027 wieder abnehme.

Der nächste Sonnenzyklus beginne dann erst wieder Anfang der 2030er Jahre, so Möstl.

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