Chronik | Österreich
02.08.2018

Österreich schwitzt: Bis zu 37 Grad am Donnerstag

Das Wochenende wird heiß. Auch danach bleiben die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke.

Das Wetter bleibt über das Wochenende hochsommerlich und heiß. Auch danach hat die Hitze Österreich weiterhin fest im Griff, teilweise steigt aber die Gefahr von Gewittern.

Am Donnerstag sind Spitzenwerte von 37 Grad Celsius möglich. Die Meteorologen vom Wetterdienst UBIMET rechnen mit 30 bis 35 Grad in weiten Teilen Österreichs. Im östlichen Niederösterreich seien sogar 36 und punktuell 37 Grad zu erwarten. Besonders heiß war es zu Beginn der Woche in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck.

Sonnig und heiß verläuft laut Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auch der Freitag, die Gewitterneigung ist da noch deutlich geringer als zuletzt. Lokale Regenschauer oder Gewitter können vor allem südlich des Alpenhauptkammes entstehen. Sonst bleiben die auftauchenden Quellwolken überwiegend harmlos. Der Wind weht meist schwach bis mäßig aus Nord bis Ost. Frühtemperaturen 14 bis 24 Grad, Tageshöchsttemperaturen 29 bis 35 Grad.

Wochenende konstant heiß

Am Samstag setzt sich das hochsommerliche und heiße Wetter fort. Tagsüber entstehende Quellwolken bleiben meist harmlos. Einzelne, lokale Wärmegewitter am Nachmittag entwickeln sich am ehesten im Bergland. Der Wind weht überwiegend schwach. Frühtemperaturen 15 bis 24 Grad, Tageshöchsttemperaturen 29 bis 36 Grad.

Auch am Sonntag bleibt es sehr sonnig und sommerlich, jedoch beginnt die Strömung im Ostalpenraum allmählich auf Nordwest umzustellen. Damit steigt im Tagesverlauf die Gewitterneigung im ganzen Bundesgebiet deutlich an. Der Wind weht schwach bis mäßig, am Alpenostrand auflebend zumeist aus Nordwest. Frühtemperaturen 19 bis 23 Grad, Tageshöchsttemperaturen 29 bis 34 Grad.

Kommende Woche Gewitter

Am Montag stellt sich im Ostalpenraum neuerlich Wetter mit nur schwachen Druckgegensätzen am Boden ein. In hohen Schichten nimmt der Tiefdruckeinfluss von Westen her zu. Damit ist abermals von Westen her mit Gewittern und Schauern zu rechnen, in der Osthälfte überwiegt jedoch wieder stabileres und sonniges Hochsommerwetter. Schwacher bis mäßiger Wind aus Ost bis Süd. Frühtemperaturen 15 bis 23 Grad, Tageshöchsttemperaturen 28 bis 33 Grad.

Vor allem im Osten und Südosten steigt am Dienstag bereits ab den Morgenstunden die Gewitterneigung deutlich an. Im Rest Österreichs bleibt es zunächst sonnig und Gewitter sind selten. Erst am Nachmittag führt die föhnige Südströmung auch an den Nordflanken der Alpen zu isolierter Gewitterbildung. Der Wind dreht auf Süd bis Ost und weht am Alpenostrand teils lebhaft. Frühtemperaturen 15 bis 22 Grad, Tageshöchsttemperaturen 27 bis 32 Grad.

Tropennächte in Österreich

Auch in der Nacht auf Donnerstag haben die Bewohner von sechs Bundesländern tropische Temperaturen erlebt: An 45 der 270 Wetterstationen der ZAMG fielen die Messwerte nicht unter 20 Grad. Die Temperaturen lagen aber etwas unter jenen der Nacht davor. Am heißesten war es erneut in der Wiener Innenstadt: Dort betrug der Tiefstwert 23,3 Grad, nach 24,2 Grad in der Nacht auf Mittwoch.

Der Rekord für die wärmste Nacht in Österreich liegt laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik unangefochten bei einem Tiefstwert von 26,9 Grad. Er wurde bisher zweimal gemessen, und zwar in der Nacht auf den 23. Juli 2015 und zuletzt vor fast genau einem Jahr, in der Nacht auf den 2. August 2017, beide Male ebenfalls in der Wiener Innenstadt.

Neben Wien haben auch Orte im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark und Salzburg eine Tropennacht verzeichnet. Kühl ist es hingegen naturgemäß auf den Bergen mit dem Brunnenkogel (3.437 Meter Seehöhe) in Tirol als kältestem Ort mit gerade einmal zweieinhalb Grad plus. Den höchsten Wert unter den Messstationen auf über 1.000 Metern erreichte der Höhenluftkurort Fischbach (Bezirk Weiz) in der Steiermark (1.034 Meter) mit 17,4 Gad.

Versiegelte Flächen erhöhen Belastung

Die stetig zunehmende Bodenversiegelung verschärfe die Belastung durch Hitze, darauf machte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Laut Daten des Umweltbundesamts seien schon 2.264 Quadratkilometer der Fläche Österreichs durch Bau und Verkehr versiegelt, das entspreche der fünffachen Fläche Wiens. In Städten und Gemeinden brauche es mehr Grünflächen und Bäume entlang der Straßen, außerdem müsse die Zersiedelung gestoppt werden. "Versiegelte Flächen sind deutlich wärmer als Grünland, weil die kühlende Wirkung der Verdunstung fehlt", sagte Markus Gansterer vom VCÖ. Laut AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) gab es im Vorjahr in Österreich 586 Hitzetote, von 2003 bis 2012 seien rund 2.400 Menschen wegen Hitze gestorben.

Die Hilfsorganisation der Johanniter warnte unterdessen angesichts der Wetterprognosen vor der Gefahr von Hitzschlag vor allem im Auto. Kinder, hilflose Menschen und Tiere sollten niemals zurückgelassen werden. Die Johanniter würden immer wieder zu Einsätzen gerufen, weil Kleinkinder trotz Hitze alleine im Auto geblieben waren. "Auch wenn das Kind schläft und man es nicht stören möchte, sollte man es auf jeden Fall mitnehmen", appellierte Chefärztin Gabriele Lerche an alle Eltern.