Mobilität: In diesem Bundesland wird am wenigsten Auto gefahren

Eine Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zeigt, dass rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren nie ein Auto lenken.
Mehrere Autos und Busse stehen bei Rot an einer Ampel in einer Stadtstraße.

Zusammenfassung

  • 34 Prozent der Menschen in Österreich ab 16 Jahren lenken nie oder nur selten ein Auto, in Wien sind es sogar 63 Prozent.
  • Regionale und altersabhängige Unterschiede beim Autofahren hängen stark vom Mobilitätsangebot und der Siedlungsstruktur ab.
  • Die Initiative "Autofasten" fördert Gehen als gesündeste, kostengünstigste und umweltfreundlichste Mobilitätsform, besonders in Wien mit 73 Prozent täglichen Fußgängern.

"Autofasten" wird in Österreich nicht nur in der Fastenzeit praktiziert. 34 Prozent der in Österreich lebenden Menschen ab 16 Jahren lenken nie oder nur selten ein Auto. In Wien sind es sogar 63 Prozent, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Auffallend ist, dass außerhalb von Wien in den westlichen Bundesländern deutlich weniger Auto gefahren wird als in den östlichen Bundesländern.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren lenken laut der Analyse nie ein Auto, weitere 810.000 haben selten ein Autolenkrad in der Hand. Je nach Altersgruppe und Bundesland ist der Anteil der wenig oder gar nicht Autofahrenden unterschiedlich hoch. Während bei den 40- bis 50-Jährigen 25 Prozent nie oder selten ein Auto lenken, sind es bei den 30- bis 40-Jährigen 30 Prozent, bei den 20- bis 30-Jährigen 41 Prozent und bei den 16- bis 19-Jährigen 70 Prozent, informierte der VCÖ am Dienstag in einer Aussendung. In der Generation 70 plus lenken 44 Prozent nie oder nur selten ein Auto.

Regionale Unterschiede

Auch regional gibt es Unterschiede. Während in Vorarlberg 34 Prozent sowie in Tirol und Salzburg jeweils 33 Prozent nie oder selten ein Auto lenken, sind es in Niederösterreich nur 22 Prozent. Die drei westlichen Bundesländer sind auch jene, wo der Anteil der Personen, die häufig mit öffentlichem Verkehr und Fahrrad mobil sind, außerhalb Wiens am höchsten ist. "Das Mobilitätsangebot hat großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten, ebenso die Siedlungsstruktur. Kompaktere Siedlungsstrukturen erleichtern es der Bevölkerung mehr Alltagswege autofrei zurückzulegen, während Zersiedelung vom Auto abhängig macht", erklärte VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Deshalb ist auch in Städten und Ballungsräumen der Anteil der Bevölkerung, die nie oder wenig Auto fährt, entsprechend höher. Im Ballungsraum Graz sitzen 39 Prozent der Bevölkerung nie oder selten hinter einem Autolenkrad, im Ballungsraum Innsbruck 40 Prozent und in Wien sogar 63 Prozent, informiert der VCÖ. "Wenn die Bevölkerung viele Alltagswege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, ist sie deutlich kostengünstiger mobil. Und weniger Autoverkehr bedeutet weniger Abgase, weniger Lärm, weniger Staus und für Anrainerinnen und Anrainer verbessern sich Luftqualität und Lebensqualität", so Schwendinger.

Die meisten Fußgänger in Wien

Nun startet in der Fastenzeit die Initiative Autofasten unter dem Motto "Fair zu Fuß unterwegs". Der VCÖ unterstützt die Initiative der Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche und ruft zur Teilnahme auf. Gehen ist hierbei die gesündeste, kostengünstigste und umweltfreundlichste Form der Mobilität. 

In Österreich sind zwei Drittel täglich zu Fuß mobil, den höchsten Anteil an täglichen Fußgängerinnen und Fußgängern gibt es in Wien mit 73 Prozent, vor dem Land Salzburg und Kärnten mit jeweils 70 Prozent, informierte der VCÖ.

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