Der starke Wind bremste den Pistenspaß kurzfristig

© Getty Images/iStockphoto/SerrNovik/istockphoto

Chronik Österreich
01/02/2019

Neuschnee, aber der Wind bremst Skilifte aus

Das Wetter passt nun zur Jahreszeit - es wird winterlich. Doch mit dem Schneefall und Sturm steigt auch die Lawinengefahr.

von Elisabeth Holzer

Eine dünne Schneedecke, aber immerhin eine Schneedecke: Die derzeitige Kaltfront beschert auch Wien Neuschnee, der bis zum Wochenende auf drei Zentimeter wachsen soll, im übrigen Donauraum auf zehn Zentimeter. Aber da ist noch mehr drin: Vom Bregenzerwald in Vorarlberg bis zum Mostviertel in Niederösterreich rechnen Meteorologen mit bis zu einem Meter Neuschnee in Tälern, auf den Bergen mit dem Doppelten.

Weite Teile Österreichs rutschen mit Jahresanfang also richtig in den Winter, nachdem es zuletzt zu mild für die Jahreszeit war. Die Betreiber von Skigebieten freut das freilich, immerhin kommt die Saison gerade in Schwung. Allerdings ist die Kaltfront nicht allein mit Neuschnee gesegnet: Sie hat Sturm mit dabei, das trübt den Pistenspaß, wie bereits am Mittwoch zu spüren war. In der Steiermark sowie in Kärnten standen Skilifte deshalb immer wieder still, sie wurden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Eistage

Die Spitze von Sturmböen und Schneefall erwarten die Wetterbeobachter aber erst ab Freitag, außerdem soll es empfindlich kalt werden: Auf 2000 Metern Höhe gehen die Temperaturen auf minus 15 Grad zurück, das fühlt sich wegen des Windes gleich noch einmal doppelt so kalt an. „Eistage“ nennt Stefan Kieshofer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die kommenden Tage: „Die Temperatur wird nicht mehr als null Grad erreichen.“

Die Kombination aus Neuschnee und starkem Wind erhöht die Lawinengefahr. Von der derzeitigen Stufe 3 (erhebliche Gefahr) dürfte sie zumindest in der Obersteiermark auf 4 steigen, das meint große Gefahr: Schneebretter können sich auch ohne Zusatzbelastung lösen. Experten raten von Skitouren im freien Raum ab und mahnen generell wachsam zu sein: Wegen des Sturms kann sich Triebschnee in tiefere Gebiete verlagern und als Lawine abgehen, sogar in Wäldern, das ist sonst eher selten.

„Der Wind ist der Baumeister der Lawinen“, erläutert Friedrich Salzer vom niederösterreichischen Lawinenwarndienst. Momentan gilt für die Ybbstaler Alpen, die Türnitzer Alpen und das Gebiet Rax/Schneeberg die Warnstufe 3. „Bei Warnstufe 3 passieren aber die meisten Unfälle, die Leute denken sich, das ist genau die Mitte und ein Ausflug auf den Berg ist noch vertretbar“, schildert Salzer. „Bei Stufe 4 trauen sich viele dann nicht mehr.’’ Ob diese Stufe am Wochenende in den Gebieten erreicht wird, wagten die Experten am Mittwoch noch nicht zu prognostizieren, ausgeschlossen sei dies aber nicht.

Autofahrer müssen sich ebenfalls auf tief winterliche Straßenverhältnisse einstellen. Der Straßenerhalter ASFINAG mahnt, achtsam und nur mit Winterausrüstung zu fahren. Allerdings gab es bereits am Mittwoch Unfälle auf Schneematsch, etwa auf der A 2 zwischen Krumbach und Zöbern.

Mitarbeit: Theresa Bittermann

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.