Chronik | Österreich
22.08.2018

Neuer Standort für Vorarlberger Sportschule ohne Turnhalle

Kompromiss: Bildungsminister will Sportgymnasium Dornbirn nahe Messe-Sporthallen bauen lassen

Eine Neos-Anfrage an Bildungsminister Heinz Faßmann war der bisherige Gipfel im Gezerre um einen geplanten Schulneubau in Dornbirn. Der Vorarlberger Nationalratsabgeordnete wundert sich, warum der Bund beim Neubau eines Sportgymnasiums weder einen Turnsaal noch einen Bewegungsraum oder eine Kraftkammer einplant.

Das Land Vorarlberg hält von einen Sportgymnasium ohne Sporthalle nichts und würde sich finanziell am Bau einer entsprechenden Räumlichkeit beteiligen. Der Minister will davon jedoch nichts wissen. Dem KURIER erklärte er das, wie berichtet, damit, dass für das Sportgymnasium in der Vergangenheit auf dem Dornbirner Messegelände „mit Millionenbeträgen“ Sporthallen errichtet wurden. Auf dem Areal ist das Sportgymnasium seit über 25 Jahren provisorisch und in teilweise desolaten Containern untergebracht. Der Neubau wäre in relativer Nähe bei einer HTL geplant.

Nun zeichnet sich ein Kompromiss in der verzwickten Causa ab. Faßmann plädiert für einen Standortwechsel des geplanten Neubaus, der sich durch die Debatten verzögert. „Unsere Intention war von Anfang an, das Sportgymnasium neben dem Messegelände zu errichten. Die Bauplanung des Landesschulrats (LSR) für Vorarlberg sah aber vor, das Sportgymnasium neben der HTL Dornbirn zu errichten“, sagt der Bildungsminister.

Zurück zum Ursprung

Nun gibt es aber offenbar ein Umdenken. Der LSR überlege „doch wieder stark, das ursprüngliche Konzept zu verfolgen und das Sportgymnasium beim Messegelände zu bauen, weil damit alle Probleme mit den Sportflächen vom Tisch wären. Wir würden das sehr begrüßen“, sagt Faßmann. Mitte September soll es dazu einen Verhandlungstermin in Wien geben. Der Baustart für das neue Sportgymnasium war 2016 für spätestens 2019 vorgesehen. Bis heute gibt es aber aufgrund der Querelen um die Ausgestaltung des Gebäudes weder eine Detailplanung, noch wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Am Sportgymnasium Dornbirn werden derzeit rund 250 Schüler in 13 Klassen unterrichtet. Für den Sportunterricht nutzen sie neben den Anlagen auf dem Messe-Areal auch das Olympiazentrum in der Stadt. Das Land wollte in den Neubau zumindest eine kleinen Sportraum integrieren, damit die Schüler nicht ständig das Gebäude verlassen müssen.

Christian Willim