Unmittelbar nach der Bluttat wurden in den Vorarlberger Amtsgebäuden Sicherheitsschleusen installiert

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Chronik Österreich
04/09/2019

Nach Mord im Sozialamt: Gesichtserkennung für Amtsgebäude

Sicherheitsschleusen in Vorarlberger Ämtern werden mit Personenerkennung und Gepäckröntgen aufgerüstet.

von Christian Willim

Zwei Monate nach dem Mord am Leiter des Sozialamts in Dornbirn hat die Vorarlberger Landesregierung am Dienstag ein neues Sicherheitskonzept für das Landhaus und die vier Bezirkshauptmannschaften beschlossen. Eines steht für Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) fest: "Ohne Schleusen geht es nicht mehr."

Bereits unmittelbar nach der tödlichen Attacke auf den Beamten im Februar hatte die Landesregierung die Behördengebäude in Vorarlberg mit Sicherheitsschleusen ausstatten lassen. Die Installation der Durchgangsbögen mit eingebauten Metalldetektoren erfolgte eine Woche nach der Bluttat.

Neue Dimension der Gewalt

"Diese Gewalttat war eine völlig neue Dimension für unser Bundesland", betonte Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP). Am 6. Februar hatte ein amtsbekannter 34-Jähriger im Gebäude der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn einen leitenden Beamten in dessen Büro mit einem Messer erstochen.

Die bereits getroffenen Sicherheitsmaßnahmen sollen in den kommenden Monaten noch weiter ausgebaut werden. Neben Sicherheitsschleusen und Videoüberwachung ist geplant, bei der jeweiligen Haupteingangskamera eine Gesichtserkennung einzurichten. Das Sicherheitspersonal soll so auf als "gefährlich" oder "aggressiv" bekannte Personen aufmerksam gemacht werden.

Die Gesichtserkennung wird derzeit auf ihre rechtliche Umsetzung geprüft. Bis zum kommenden Sommer werden im Vorarlberger Landhaus auch Gepäckröntgenanlagen in Betrieb genommen.

Rückkehr zur Normalität

Trotz all dieser Sicherheitshürden auf dem Behördenweg verspricht Wallner: "Wir bleiben eine offene Bürgerverwaltung."

In der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn ist zwei Monate nach der verstörenden Gewalttat "so etwas wie Normalität eingekehrt", wie Bezirkshauptmann Helgar Wurzer berichtet. Die Kontrollen würden den Mitarbeitern ein gewisses Sicherheitsgefühl geben. "Ein normales Arbeiten in den Büros ist wieder möglich", so Wurzer.

VORARLBERG:  SOZIALAMTSLEITER ERSTOCHEN - WEITERER POLIZEIEINSATZ BEI BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT DORNBIRN

Derzeit werden an den Zugangskontrollen in den fünf Amtsgebäuden rund 10.000 Personen pro Woche kontrolliert. Dabei werden im Schnitt etwa 500 Gegenstände abgenommen - darunter auch gefährliche Gegenstände wie Messer oder Schlagringe.