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Chronik Österreich
07/19/2022

Müde am Weg in den Urlaub: „Viele überschätzen Durchhaltevermögen“

Bis zu 14 Prozent aller Unfälle passieren durch Sekundenschlaf.

Häufiges Gähnen, plötzliches Frösteln, verspannter Nacken oder oftmaliges Blinzeln: Das seien akute Warnzeichen für Pkw-Lenker, die zu lange keine Pause gemacht hätten, mahnt Marion Seidenberger, Verkehrspsychologin beim Autofahrerklub ÖAMTC. „Wer die ersten Anzeichen von Müdigkeit ignoriert oder sie mit lauter Musik oder geöffnetem Fenster zu vertreiben versucht, wird langfristig keine Besserung spüren.“

Mitten in der Urlaubsreisezeit erinnert die Expertin an die Wichtigkeit regelmäßiger Pausen auf langen Autofahrten. „Kaffee und andere aufputschende Getränke nützen auf lange Sicht wenig, sie maskieren nur die tatsächlich vorhandene Müdigkeit“, beschreibt Seidenberger. „Und täuschen gute Leistungsfähigkeit vor.“

15 Minuten Pause alle zwei Stunden

Wichtig wäre, alle zwei Stunden 15 Minuten Pause zu machen, sich im Freien zu bewegen und generell ausreichend zu trinken sowie auf zu üppige Mahlzeiten zu verzichten. „Das Hauptproblem ist, dass viele Lenker ihr Durchhaltevermögen überschätzen“, betont Seidenberger.

Müdigkeit oder Sekundenschlaf enden oftmals mit Unfällen: Im Vorjahr waren laut Verkehrsunfallstatistik zehn tödliche Unfälle darauf zurückzuführen. Im Juli 2021 gab es die meisten Unfälle mit Personenschäden, die Übermüdung als Ursache hatten: 14 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten waren darauf zurückzuführen, die meisten von ihnen solche, bei denen Kfz von der Straße abkamen.

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