Motorradsaison startet: Was Biker beachten sollten

2024 und 2025 starben jeweils 81 Menschen bei Unfällen mit Motorrädern. Wie kommt man sicher ans Ziel?
Ein weißer Motorradhelm liegt auf einer Straße, im Hintergrund liegt ein umgefallenes Motorrad.

Die Motorradsaison 2026 hat noch gar nicht richtig begonnen, doch schon gibt es die ersten Todesopfer.

  • 12. März: Ein 25-Jähriger kollidiert mit seinem Motorrad auf einer Freilandstraße im Salzburger Pinzgau mit einem Auto – der junge Mann stirbt an der Unfallstelle.
  • 13. März: Ein Steirer kommt auf der A2 im Packabschnitt von der Fahrbahn ab, kracht mit dem Bike in die Leitplanken – der 57-Jährige ist sofort tot.
  • 18. März: Zwei Freunde, 18 und 19 Jahre jung, stoßen mit ihren Motocross-Maschinen in Feldbach zusammen. Beide sterben. Nur einer der beiden Steirer trug Helm und Schutzbekleidung.

 Die Polizei ermittelt in den aktuellen Fällen noch die Gründe, die zu diesen Unfällen geführt haben. Doch die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt einen Trend: Zu den häufigsten Ursachen gehört „nicht angepasste Geschwindigkeit“, erläutert Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

„Bei Verletzung ohne Schutzbekleidung  muss man  mit reduziertem Schmerzengeld rechnen.“ 

von Klaus Robatsch

Kuratorium für Verkehrssicherheit

Zu schnell

Messungen des KFV hätten gezeigt, dass Biker „häufiger die erlaubten Geschwindigkeiten überschreiten als Pkw-Lenkende“. Das spiegelt sich in den Unfallzahlen wider: 2024 erreichte die Zahl der verletzten Biker mit 4.468 ihren Höchststand; 81 Menschen – mehr als 90 Prozent Männer – kamen ums Leben. 41 Prozent aller Unfälle wurden allein verursacht, also ohne Zutun eines anderen Fahrzeuglenkers.

Für 2025 liegt nur eine Teilauswertung vor, aber „es könnte noch dramatischer verlaufen sein“, ist Robatsch alarmiert: Von Jänner bis September 2025 weist die Statistik Austria 4.162 Motorradunfälle mit Verletzten aus – das ist um 4,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2024.

Die Anzahl der im gesamten Vorjahr tödlich verunglückten Biker steht im Gegensatz zu den Verletzten bereits fest – 81 weist die Verkehrsstatistik des Innenministeriums aus; gleich viele wie 2024. Die meisten Opfer gab es im Bundesländervergleich in Niederösterreich (23), gefolgt von der Steiermark (16) und Kärnten (12). 27 Prozent der tödlich Verunglückten war mit Leichtmotorrädern mit bis zu 125 cm3 Hubraum unterwegs. Die Zulassungen gerade für diesen Typ seien „in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen“, erläutert KFV-Experte Robatsch. „Diese Fahrzeuge sind vor allem bei 15- bis 24-Jährigen beliebt.“ Entsprechend hoch sei dadurch der Anteil jüngerer Personen unter den Unfallopfern.

Nie ohne Schutzkleidung

Das Risiko beim Fahrspaß bleibt also anhaltend hoch, doch es ließe sich reduzieren, der Situation angepasstes Tempo vorausgesetzt. Robatsch rät dringend zur Schutzbekleidung, auch bei kurzen Strecken und hohen sommerlichen Temperaturen. Jacke, Handschuhe, Nierenschutz und Stiefel zählen zur Grundausstattung jedes Bikers, auch wenn im Gegensatz zu Sturzhelm keine gesetzliche Pflicht bestehe, adäquate Kleidung zu tragen.

Abgesehen von der eigenen Sicherheit sollten Motorradfahrer rechtliche Folgen nach einem möglichen Unfall im Kopf behalten: „Wer ohne Schutzbekleidung bei einem Unfall verletzt wird, muss mit einer Reduktion des Schmerzengeldes rechnen“, warnt Robatsch. „Sogar dann, wenn der Unfallgegner die volle Schuld am Unfall trägt.“ Erhebungen des KFV zeigten, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Biker, konkret 56 Prozent, stets mit Schutzkleidung unterwegs ist.

Airbag-Westen, die Stürze erkennen können, wären ebenfalls hilfreich, betont Robatsch, ebenso wie das richtige Verhalten nicht nur auf der Strecke: Fahrsicherheitstrainings für Wieder- oder Neueinsteiger, Sicherheitschecks der Maschine vor Fahrtantritt und speziell nach einer längeren Winterpause. Aber das um und auf sei das Achten auf Tempolimits, mahnt das KFV: „Straßen sind keine Rennstrecken.“

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