Bluttat passierte im Zug eines Streits in der Wohnung der Mutter

© APA/GERT EGGENBERGER

Chronik Österreich
03/31/2019

Mordvorwurf: Gewaltätiger Sohn war amtsbekannt

21-jähriger Kärntner gesteht Bluttat an Mutter, schweigt aber über das Motiv.

von Wolfgang Atzenhofer

Erst Anfang März war ein 21-jähriger Kärntner wegen laufender Gewalttaten gegen die Mutter zu einer bedingten viermonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Sozial und finanziell auf die Mutter angewiesen, lebte der Arbeitslose trotz etlicher Wegweisungen wieder bei der Frau in einem Mehrparteienhaus in Ebenthal im Bezirk Klagenfurt-Land. Bis am Abend des vergangenen Freitags erneut ein Streit eskalierte. Wie berichtet soll der junge Mann der 52-Jährigen dieses Mal so heftige Schläge verpasst haben, dass sie ums Leben kam.

Eine Autopsie hat am Sonntag den Verdacht bestätigt: „Die Obduktion hat Kopfverletzungen als todesursächlich ergeben. Sie entstanden entweder durch die Schläge oder den Sturz“, so Polizeisprecher Rainer Dionisio.

Geständnis

Der 21-Jährige hatte bei der ersten Einvernahme bereits gestanden, dass er der Mutter zuerst Faustschläge und dann Hiebe mit einem Holzschemel verpasst habe. Was der Grund für die Auseinandersetzung war, hat der Verdächtige bisher nicht gesagt. „Immer, wenn die Sprache auf die Mutter kommt, wird er sehr aggressiv“, sagte Staatsanwaltssprecher Markus Kitz über die laufenden Mordermittlungen. Er bestätigte, dass der mutmaßliche Gewalttäter wieder legal bei der Mutter wohnte.

Ob der 21-Jährige bei der Tat unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand, wird noch abgeklärt. Harn und Blut wurden abgenommen, müssen aber noch ausgewertet werden. Bei seiner ersten Vernehmung am Samstag wurde jedenfalls keine Alkolbeeinträchtigung festgestellt.

Die Bluttat ist heuer bereits die zehnte Tötung einer Frau in Österreich. Die zeitliche Nähe zur bedingten Verurteilung des Verdächtigen mit der Tat wird erneut Fragen über die Effizienz der gesetzlichen Möglichkeiten für Justiz und Behörden zum Opferschutz aufwerfen.

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