Der Spielplatz wurde gesperrt

© Matthias Lauber

Chronik Österreich
09/25/2018

Mordalarm am Kinderspielplatz: Opfer lag neben Sandkiste

Ein 16-Jähriger soll nach einem Streit in Linz einen Mann erstochen haben. Ein möglicher Komplize ist noch auf der Flucht.

von Elisabeth Holzer

Die Fakten sind überschaubar. Montagabend, kurz nach 18 Uhr, trafen auf einem Spielplatz in Linz-Urfahr mehrere Burschen und junge Männer aufeinander, Asylwerber aus Afghanistan, wie die Polizei später mitteilen wird. Sie begannen zu streiten, zu raufen und plötzlich sackte ein 19-Jähriger neben der Sandkiste zusammen: Die Obduktion ergab am Dienstag einen Stich in die Brust, er war tödlich.

Die mutmaßlichen Angreifer rannten davon, unbeteiligte Besucher eilten erst zum jungen Mann, um zu helfen uns alarmierten dann sofort Rettung und Polizei. Der Notarzt konnte jedoch nichts mehr für den 19-Jährigen tun: Der Afghane, der eigentlich in St. Pölten gemeldet ist, war schon tot.

Messer entdeckt

Doch die Personenbeschreibung der Angreifer war gut, außerdem bekam die Polizei einen Tipp mit Namen und Adresse des mutmaßlichen Täters. Der 16-Jährige wurde in seiner Unterkunft in Linz festgenommen. Dort fanden die Beamten auch ein Messer. Ob es die mutmaßliche Tatwaffe ist, konnte am Dienstag noch nicht festgestellt werden.

Allerdings ist ein möglicher Komplize oder Mittäter noch auf der Flucht: Der laut Zeugen 20 bis 25 Jahre alte Mann mit auffälliger Stehfrisur und Verletzung am Kopf soll ebenfalls Afghane sein, nach ihm wird gefahndet. Über seine Identität ist allerdings nichts bekannt. Möglich, dass er zugestochen hat, doch die Indizien würden eher auf den 16-jährigen Verdächtigen weisen, hieß es von den Ermittlern.

Gerüchte über Drogen

Bleibt noch die Frage nach dem Motiv. Das stehe noch nicht fest, hieß es am Dienstag seitens der Behörden. Angeblich wurden Drogen bei dem Opfer gefunden, doch das konnte die Polizei nicht bestätigten. Der Verdächtige schwieg vorerst, außerdem musste erst ein Dolmetscher gefunden werden. Die Befragung des Jugendlichen sollte erst am späten Dienstagnachmittag beginnen.

Kaum zwei Stunden nach Bekanntwerden des tragischen Falles folgte schon eine politische Reaktion. FPÖ-Gemeinderat Peter Stumptner forderte die Abschiebung des Verdächtigen. „Wer mit einem Messer erwischt wird, hat das Gastrecht verwirkt und muss unser Land sofort verlassen.“

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