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Chronik | Österreich
06/04/2019

Millionenpleite: Schiffbruch einer Internet-Marketingfirma

350 Gläubiger sind von der Pleite des Internet-Vermarkters betroffen, Ursache ist ein Umsatzeinbruch.

„Du möchtest deine Werbung auf den Webportalen der österreichischen Qualitätsmedien platzieren? Dann kontaktiere unser Sales-Team in Wien und Wels! Wir beraten dich gerne persönlich und konzipieren dir ein individuelles Angebot basierend auf deine Marketing-Strategie“, heißt es auf der Homepage dieses Online-Vermarkters. Du möchtest an den Werbebudgets großer, österreichischer Brands partizipieren und neben deiner regulären Vermarktung zusätzlich hochwertige TKP- oder CPC Einnahmequellen erschließen?“

Doch diese Rechnung ging nicht auf. Über das Vermögen der twyn group GmbH mit Sitz in Wels wurde ein Konkursverfahren beim Landesgericht Wels eröffnet. 16 Miatrbeiter und 350 Gläubiger sind von der Pleite laut AKV betroffen.

 

"Die Schuldnerin beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Internet-Marketing und Internet-Vermarktungssystemen, außerdem mit der Abwicklung von Internetgeschäften und -Business. In den vergangenen Jahren wurden neue Technologien im Online-Marketing entwickelt, die zu einem erheblichen Umsatzverlust führten", zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag. "Das Jahr 2018 wurde mit einem negativen Ergebnis von rund 300.000 Euro abgeschlossen. Außerdem kam es im November 2018 zu einer Änderung der Eigentümerstruktur. Mit Hilfe des neuen Eigentümers hoffte man auf Synergieeffekte. Man ging dabei von einer Umsatzsteigerung von 30 Prozent aus."

Mehr als eine Million Euro

Im März 2019 ist jedoch der Umsatz dann drastisch eingebrochen. "Die eingeleiteten Gegenmaßnahmen führten nicht umgehend zu einer Verbesserung der Situation. Zuletzt wurde der Kontokorrentrahmen von 600.000 Euro nahezu vollständig ausgeschöpft. Weitere Mittel von dritter Seite konnten nicht aufgebracht werden", heißt es weiter.

Laut Insolvenzantrag betragen die Verbindlichkeiten rund 815.000 Euro. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass die tatsächlichen Verbindlichkeiten wesentlich darüber liegen. In der letzten Bilanz zum 31.Dezember 2017 sind jedenfalls Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Million Euro ausgewiesen.

Die aktuellen Jobangebote (siehe unten) dürften mittlerweile überholt sein.