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Chronik Österreich
01/30/2020

Millionenpleite des sehr bekannten Theater-Cafés Vindobona

Auf dieser Bühne sind schon viele bekannte Größen des Kabaretts gestanden. Das Kaffeehaus hat rund 200 Sitzplätze und das Theater 276 Sitzplätze.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

"Albert Schmidleitner ist uneitel bis zur Schmerzgrenze. Er führt erfolgreich zwei Häuser, ohne auch nur einen einzigen Cent Subvention zu beziehen. Mit dem Vindobona hat Schmidleitner eine wichtige Bezirksbühne übernommen, die die kulturelle Vielfalt dieser Stadt zeigt“, sagte  der frühere Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny anlässlich einer Ordensverleihung vor fünf Jahren. Damals hat Schmidleitner das legendäre Kabarett Simpl und das Vindobona zugleich geführt. Im Frühsommer 2019 hat der Kabarettist Michael Niavarani das Simpl gekauft, auf dessen Bühne er zum Star geworden ist.  

Jetzt musste die Albert Schmidleitner GmbH, die das Café Vindobona am Wiener Wallensteinplatz samt einem Theater betreibt, Insolvenz anmelden. Laut einem Mitarbeiter wurden die 13 Beschäftigten bereits über die Insolvenz informiert. "Diese traurige Tatsache hat uns der Geschäftsführer gestern Nachmittag mitgeteilt", sagt ein Mitarbeiter zum KURIER.

Das Kaffeehaus hat rund 200 Sitzplätze und das angeschlossene Theater sogar 276 Sitzplätze. Das Konkursverfahren wurde laut Creditreform bereits eröffnet. Die Erkrankung von Geschäftsführer Alfred Schmidleitner im vergangenen Herbst soll die Lage laut Firmenmitarbeiter verschärft haben. Es konnte somit kein Programm für das Theater auf die Beine gestellt haben.

 

Firmeninhaber Alfred Schmidleitner ist in der Kulturszene eine namhafte Größe. Er hat nicht nur das Vindobona 2009 aus einer Pleite herausgekauft, sondern hat auch bis 30. Juni 2019 das legendäre Wiener Kabarett Simpl betrieben, das an Michael Niavarani verkauft worden ist. Daher hieß die Albert Schmidleitner GmbH früher auch Kabarett Simpl Betriebsgesellschaft m.b.H.

Aktuelle Unterlagen zu den Verbindlichkeiten liegen derzeit noch nicht vor. Aber bereits im Geschäftsjahr 2018 betrugen die Schulden rund 3,25 Millionen Euro und der Bilanzverlust 1,573 Millionen Euro. Derzeit ist unklar, wie es weitergeht und ob der Betrieb fortgeführt werden kann.

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