Chronik | Österreich
07.06.2018

Millionenpleite eines Metalltechnikbetriebes

Unternehmen hat 2,73 Millionen Euro Schulden und wird geschlossen.

„Eine Sanierung des Unternehmens ist nicht möglich und nicht geplant“, heißt es im Insolvenzantrag. Das Unternehmen ist ausdrücklich mit der Schließung einverstanden. Über das Vermögen der KB Metallverarbeitung GmbH mit Sitz Traun, Oberösterreich, wurde heute am Landesgericht Linz ein Konkursverfahren eröffnet. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. Zum Masseverwalter wurde der ausgewiesene Sanierungsexperte René Lindner bestellt.

Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und beschäftigt sich mit der Metallverarbeitung, Anfertigung von Fertigteilen, Kantteilen, Profilen, Entwässerungssystemen und Schindeln für Dachdecker, Spengler und Industrieunternehmen.

Es handelte sich um gut kalkulierbare Aufträge mit einer guten Gewinnspanne. 2014 wurde die Montageabteilung der Vermieterin geschlossen und daher musste sich der Betrieb neu orientieren“, heißt es dazu vom KSV1870. Der Betrieb musste sich neu strukturieren und hat begonnen, Spezialaufträge zu übernehmen – aber zu schlechteren Bedingungen. Die Aufträge konnten zum Teil nicht kostendeckend abgewickelt werden. Im Jahr 2015 suchte das Unternehmen zum Teil nicht nur vergeblich kompetentes Personal, sondern ein Hauptkunde aus Deutschland fiel durch Insolvenz aus.

Da der Betrieb keine (weitere) Kreditfinanzierung aufstellen konnte, wurde ein slowenisches Unternehmen als neuer Gesellschafter hereingenommen. Der hat 2017 nicht nur 500.000 Euro zugeschossen, sondern sollte bis Ende 2017 weitere 200.000 Euro beisteuern. Zugleich hätten auch die übrigen Gesellschafter das Eigenkapital gestärkt. Doch der Gesellschafter aus Maribor wollte schließlich kein weiteres Geld zur Verfügung stellen.

Schulden und Vermögen

Die Passiva werden laut Creditreform, KSV1870 und AKV mit 2,73 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 1,23 Millionen Euro auf Banken und 1,2 Millionen Euro auf Lieferanten.

Die Aktiva haben einen Verkehrswert in Höhe von 1,448 Millionen Euro, aber das freie Vermögen beträgt nur knapp 752.000 Euro. Zuletzt hat der Betrieb 14 Mitarbeiter beschäftigt.