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Chronik | Österreich
05/14/2019

Millionenpleite eines Asylquartierbetreibers - 1,2 Millionen Euro für Quote nötig

Durch Schließungen und Zusammenlegungen werden heute nur noch 32 Unterkünfte betrieben.

In Spitzenzeiten wurden bei der Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH mit bis zu 140 Beschäftigten in 150 Flüchtlingsquartieren 1,5 Millionen Euro pro Monat umgesetzt.Das insolvente Unternehmen mit Sitz in Lilienfeld betreibt als SLC Asylcare die größte private Asylbetreuung Niederösterreichs.

„Aufgrund ständig sinkender Flüchtlingszahlen mussten bereits mehrere Asylquartierbetreiber Insolvenz anmelden“, sagt Insolvenzexperte Stephan Mazal von Creditreform. Bis heute wurden von 130 Gläubigern rund sechs Millionen Euro an Forderungen angemeldet, davon entfallen 4,33 Millionen Euro auf eine regionale Bank. Die Bank soll angeblich eine Rückstehungserklärung für diese Forderungen abgeben. Hauptgläubiger sind neben der Bank Lieferanten und die Öffentliche Hand.

Indes wird der Verkehrswert der verpfändeten Liegenschaften mit etwa 4,7 Millionen Euro beziffert. Bei einer Notverwertung dürfte laut Immobilienexperten aber nur etwas mehr als die Hälfte als Erlös zu realisieren sein.

1,2 Millionen Euro

Heute haben die Gläubiger dem Sanierungsplan beim Landesgericht St. Pölten zugestimmt, bestätigt Mazal dem KURIER. Umgerechnte auf die Forderunge mit eine 20-prozentige Quote am Ende insgesamt 1,2 Millionen Euro Quotenerfordernis aus. Die Gläubiger sollen in einem ersten Schritt eine erste Rate in Höhe von zehn Prozent erhalten. Samt den Verfahrenskosten muss das Unternehmen dafür etwa 270.000 Euro aufbringen.

Bei Insolvenzeröffnung wurden noch insgesamt 56 Quartiere betrieben, davon acht Asylquartiere im Mostviertel, acht in Lilienfeld-Traisen, zwei in Stockerau, drei in Niederösterreich Süd und 35 im Waldviertel. Durch Schließungen und Zusammenlegungen wurden diese im Zuge des Sanierungsverfahrens auf 32 Unterkünfte reduziert. Die meisten Quartiere wurden im Waldviertel geschlossen. Laut AKV werden derzeit 363 Asylwerber betreut.

Dem Vernehmen nach läuft das Asylgeschäft von den Einnahmen her positiv, doch das Unternehmen ist von der Zuteilung von Asylwerbern durch das Land Niederösterreich abhängig und kann diese nicht beeinflussen.