Chronik | Österreich
09.10.2018

Millionenpleite einer Bäckerei

Zu hohe Personalkosten, zu niedrige Spannen und ein Unfall des Chefs führten in die Insolvenz.

„Die Bäckereisparte entwickelte sich immer knapp positiv. Nicht positiv verliefen der Betrieb der "Spar-Märkte" und der vor dem Landeskrankenhaus Villach geführte Kiosk“, zitieren die Gläubigerschutzverbände AKV und Creditreform aus dem Insolvenzantrag. „Weiters wurde angeführt, dass die Spannen im Lebensmittelhandel zu gering und die Personalkosten inzwischen zu hoch sind, um auf Dauer positiv bestehen zu können. Im Geschäftsjahr 2017 mussten erhebliche Verluste hingenommen werden. Dazu kam, dass der Geschäftsführer einen schweren Verkehrsunfall hatte und somit seiner Tätigkeit nur rudimentär nachkommen konnte.“ Allein im Jahr 2016 wurde der Vorlustvortrag aus dem Vorjahr mit 149.500 Euro beziffert, der Bilanzverlust mit 158.600 Euro.

Die Bäckerei Ebner und Mitarbeiter GmbH mit Sitz in Bad Bleiberg hat laut KSV1870 ein Insolvenzverfahren am Landesgericht Klagenfurt beantragt, das mittlerweile auch eröffnet wurde. Das Unternehmen beschäftigt 22 Dienstnehmer.  

„Eine Fortführung des Betriebes und der Abschluss eines Sanierungsplanes sind geplant", heißt es weiter. 70 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.

Die Schuldnerin betreibt seit 1996 ein Bäckerei- und Konditorgewerbe und einen Lebensmittelhandel. Die hauptsächliche Tätigkeit wird in Bad Bleiberg ausgeübt. Dort werden elf Mitarbeiter beschäftigt. Daneben gibt es den Spar-Markt in Afritz, wo sieben Mitarbeiter beschäftigt werden, und den LKH-Kiosk in Villach mit vier Mitarbeitern.

Schulden und Vermögen

Die Schulden werden mit 1,193 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 962.000 Euro auf Banken,  76.000 Euro auf die Krankenkasse, 66.000 Euro auf die Dienstnehmer und 50.000 Euro auf Lieferanten. Die Aktiva werden mit rund 1,2 Millionen Euro beziffert.  Das Unternehmen verfügt über drei Betriebsliegenschaften die mit Pfandrechten bis zu 122.000 Euro, 132.000 Euro und 350.000 Euro belastet sind. Dazu kommen eine Lebensversicherung mit einem Rückkaufswert in Höhe von 420.000 Euro, 33.000 Euro Bankguthaben, 62.000 Euro offene Forderungen gegen Kunden und 40.000 Euro soll die Geschäftsausstattung ausmachen. Das Warenlager wird mit 105.000 Euro bewertet.

„Die Schuldnerin ist zwar nur gering überschuldet, jedoch aufgrund der fehlenden Liquidität und der Verlustsituation musste ein Insolvenzantrag gestellt werden“, heißt dazu vom AKV.