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Insolvenz
09/20/2018

Millionenpleite eine Gebäudetechnik-Firma

Unternehmen hat rund 4,1 Millionen Euro Schulden, 79 Mitarbeiter betroffen.

von Kid Möchel

Im nächsten Jahr wird dieses Unternehmen sein 20-Jahr-Jubiläum feiern, doch jetzt ist der Betrieb schon zum zweiten Mal insolvent.  "Die Firma buchholzer + partner GmbH mit Sitz in Graz hat am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. 206 Gläubiger und 79 Arbeitnehmer sind betroffen.

"Das Unternehmen wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 18. Juni 1989 gegründet und es war bereits 2012 unter der GZ 26 S 107/12y ein Sanierungsverfahren anhängig", heißt es dazu vom KSV1870. "Dieses Sanierungsverfahren endete mit Bestätigung eines Sanierungsplans (20 Prozent). Der Sanierungsplan wurde mit 12. November 2014 erfüllt und es wurden in den vergangenen beiden Geschäftsjahren durchwegs positive Betriebsergebnisse erzielt." Die neue Hausbank habe jedoch laut AKV aufgrund der zur Zeit voll ausgenutzten Kreditlinie und laufender Avalkredite die Zurverfügungstellung neuerlicher erforderlicher projektbezogener Erfüllungsgarantien von der Beibringung weiterer Sicherheiten abhängig gemacht, was nicht möglich gewesen sei. Die Kreditlinie (650.000 Euro) wurde voll ausgeschöpft.

Grund für die aktuelle Krise ist die Problematik, dass erhebliche Außenstände der Gesellschaft kurzfristig nicht einbringlich gemacht werden konnten. Die Schuldnerin beabsichtigt das Unternehmen weiterzuführen, zumal das Unternehmen mit Aufträgen ausgelastet ist. So werden aktuell 18 größere Aufträge und diverse Kleinprojekte bearbeitet.

"Zu den Ursachen der neuerlichen Insolvenz ist auszuführen, dass bei Umsatzerlösen von in Höhe von zuletzt rund 6,7 Millionen Euro (2016) und rund 15,6 Millionen Euro (2017) durchwegs positive Ergebnisse erzielt wurden. Auch für das Jahr 2018 dürfte grundsätzlich ein positives Ergebnis erwartet werden", zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag. "Das Unternehmen dürfte trotzdem zahlungsunfähig sein. Man verweist hier auf die Unmöglichkeit, erhebliche Außenstände der Gesellschaft kurzfristig einbringlich zu machen. Einerseits mussten infolge der Insolvenz der Weinwert AG Forderungen in Höhe von  240.000 Euro wertberichtigt werden. Aus einem Großprojekt stehe andererseits eine Forderung in der Höhe von rund 1,2 Millionen Euro vor der gerichtlichen Geltendmachung."

Schulden und Vermögen

Den Aktiva zu Liquidationswerten werden laut Creditreform mit rund 3,6 Millionen Euro beziffert, das freie Vermögen aber lediglich mit 807.000 Euro; davon entfallen 277.000 Euro auf offene Forderungen, 180.000 Euro auf Fahrzeuge, 300.000 Euro auf halbfertige Aufträge und 50.000 Euro auf Maschinen. Aktiva im Wert von 1,723 Millionen Euro wurden an die Hausbank abgetreten.

Die Passiva werden zu Buchwerten mit rund 5,83 Millionen Euro beziffert, abzüglich  der Ab- und Aussonderungrechte bleiben rund 4,107 Millionen Euro für die Quotenberechnung. Davon entfallen rund 1,8 Millionen Euro auf Lieferanten und 1,1 Millionen Euro auf Haftungen, 300.000 Euro auf die Finanz, 240.000 Euro entfallen auf die Mitarbeiter und 200.000 Euro auf die Gebietskrankenkasse.

Das Unternehmen, das im Vorjahr 15,66 Millionen Euro umsetzte, verfügt über ausreichend Aufträge. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten.

 

 

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