Mehr Anzeigen gegen Ausländer und bei Gewalt gegen Frauen
Symbolbild
Ist Österreich sicherer geworden? Im Jahr 2018 gab es zumindest weniger Anzeigen bei der Polizei als in den Jahren zuvor. Vor allem bei Einbrüchen und Diebstählen gehen die Zahlen zurück. Bei Gewalt gegen Frauen ist dafür ein Anstieg zu beobachten. Das berichtet der Direktor des Bundeskriminalamts Franz Lang im Ö1-Morgenjournal.
Direktor des Bundeskriminalamts Franz Lang
Die Anzeigen bei Körperverletzung und Gewalt gegen Frauen steigen laut Rohdaten um rund 20 Prozent an, sagt Lang. "Das ist nicht der Mord auf offener Straße. An die 60 Prozent spielt sich im Familienbereich ab." Das gehe quer durch alle Gesellschaftsschichten. "Auch bei Herr und Frau Österreicher", sagt Lang.
Lang: "Bei schweren Gewaltdelikten Ausländeranteil von fast 50 Prozent"
Ausländer sind immer häufiger tatverdächtig, vor allem bei schweren Taten. "Bei diesen schweren Gewaltdelikten haben wir doch einen Ausländeranteil von fast 50 Prozent", sagt Lang.
Außerdem würden die Attacken mit Hieb- und Stichwaffen zunehmen. Bei manchen Ethnien sei es durchaus üblich, so eine Waffe mitzuführen, sagt Lang.
Kreissl: "Paradoxer Erfolg der Frauenbewegung"
Kriminalsoziologe Reinhard Kreissl erklärt im Morgenjournal, dass der Anstieg der Anzeigen bei Gewalt gegen Frauen auch ein gutes Zeichen sein kann. "Zunächst ist das ein paradoxer Erfolg der Frauenbewegung", sagt er. Durch Aufklärung und bessere Angebote würden sich mehr Frauen trauen, sich an die Polizei zu wenden. "Die Spitze des Eisbergs wird sichtbarer."
Kriminalsoziologe Reinhard Kreissl
Jung, männlich, perspektivlos
Warum der Anteil der Nicht-Österreicher bei Gewalttaten ansteigt, erklärt Kreissl mit ihren demographischen Merkmalen. Die Masse der Kriminalität gehe meist von jungen Männern aus, die keine Perspektive haben und diese Männer haben oft einen Migrationshintergrund, während die österreichische Bevölkerung immer älter werde.
Kreissl: "Daten nach wie vor unzuverlässig"
Kreissl hält die Statistik für wenig aussagekräftig. Sie zeige nur, wo die Polizei "hingeschaut hat". "Die Daten sind nach wie vor unzuverlässig", sagt er.
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