Linzer Luft: Forderung nach weiterer Pkw-Umrüstung

Messstelle beim Linzer Römerbergtunnel beschert seit Jahren überhöhte Stickoxidwerte © Bild: Atzenhofer Wolfgang

Studie zeigt, dass Software-Nachrüstung im Dieselskandal zu wenig positive Effekte bei Emissionsreduktiuon bringt.

Dicke Luft in Linz – die Stickoxidwerte (NOx) liegen hier über dem EU-Grenzwert. Daher fordert Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober, Grüne, schärfere Maßnahmen von der Bundesregierung. Anschober untermauert sein Anliegen mit einer Studie des Umweltbundesamts (UBA). Die besagt, dass die wegen des Dieselskandals (mehr auf S.12) veranlassten Software-Nachrüstungen bei den betroffenen Pkw zu wenig für die Verbesserung der Emissionsbilanz beitragen.

Würden die von den Autofirmen offiziell angegeben NOx-Werte stimmten, läge die Belastung bei der Messstelle Römerbergtunnel in der Linzer City nicht bei 46 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresschnitt, sondern bei 33. Damit wäre der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm deutlich unterschritten und es gäbe kein drohendes Vertragsverletzungsverfahren. Anschober will deshalb den Druck auf die Autoproduzenten steigern.

Zu wenig Reduktion

Er fordert von Verkehrsminister Norbert Hofer, dass neben Software-, auch Hardware-Nachrüstungen bei den Dieselautos vorgeschrieben werden. Die Pkw müssten etwa mit Katalysatoren ausgestattet werden. Das UBA hatte berechnet, dass die Software-Updates auf die Linzer Situation angewandt nur eine Reduktion der Emissionen von 2,5 Prozent bringen.

Am Freitag hofft Anschober bei der Konferenz der Umweltlandesreferenten in Salzburg auf den Beschluss einer gemeinsamen Forderung. Schon am Donnerstag werden Land OÖ und Stadt Linz konkrete Maßnahmen gegen die Stickoxid-Werte verhandeln.

Wolfgang Atzenhofer

( kurier.at , watzenh ) Erstellt am 12.06.2018