Umfrage: AHS-Direktoren lehnen Reformen mit großer Mehrheit ab

Laut einer Umfrage unter Direktoren sollten KI und Demokratie als Querschnittsthemen verankert werden, bestehende Fächer sollten nicht gekürzt werden.
GEWALTSCHUTZGIPFEL INNENMINISTERIUM "GEMEINSAM GEGEN GEWALT": WIEDERKEHR

Die Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), Stunden für Latein und andere zweite Fremdsprachen wie Französisch oder Spanisch zu kürzen, sehen viele Schulleiterinnen und Schulleiter skeptisch. Das zeigt eine Umfrage unter allen AHS-Direktorinnen und -Direktoren in Österreich. Insgesamt beteiligten sich 276 Personen.

Zwar sind fast alle Pädagoginnen und Pädagogen der Ansicht, dass die Themen KI und Demokratie für eine moderne Schule wichtig sind. Allerdings sind nur die wenigsten dafür, dass man im Gegenzug  Sprachstunden kürzt. Vielmehr plädieren sie dafür, diese Themen als Querschnittsthemen in möglichst vielen Fächern zu behandeln. Sie sehen die Inhalte nachhaltiger verankert, wenn sie integrativ von vielen Lehrkräften in unterschiedlichen Fächern vermittelt werden.

Warum nur Änderungen bei der AHS?

Unverständlich ist für die Direktorinnen und Direktoren, warum es nur in der AHS-Oberstufe ein eigenes Fach Demokratiebildung braucht (mehr als 90 Prozent), aber nicht in anderen Oberstufenschulen wie etwa Handelsakademien, Handelsschulen oder Höheren Technischen Lehranstalten. 

Insgesamt befürchtet die Mehrheit der Befragten, dass die Schulform Gymnasium durch die Reformen geschwächt wird. Weniger Unterrichtsstunden bedeuteten für die Schülerinnen und Schüler eine höhere Belastung, da sie in kürzerer Zeit das gleiche Ziel – die Matura – erreichen müssten.

Isabella Zins, Sprecherin der AHS-Direktorinnen und -Direktoren in Österreich, kritisiert an Wiederkehrs Vorschlag, dass durch die Reform individuelle Schulentwicklungsprozesse, die den Standorten ein eigenes Profil verleihen, übergangen beziehungsweise außer Kraft gesetzt werden.

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