Katzen, Glasscheiben: BirdLife warnt vor Gefahren für Vögel
Die Katze Misha soll bei ihrer Rettung einen Feuerwehrmann gebissen haben. (Symbolbild)
Mit über 1,5 Millionen Tieren ist die Hauskatze das beliebteste Haustier Österreichs – und gleichzeitig einer der gefährlichsten Feinde der heimischen Vogelwelt. Da Freigängerkatzen kein natürlicher Bestandteil heimischer Ökosysteme sind, werden laut BirdLife jährlich Millionen Vögel von ihnen getötet. Besonders bodennah lebende Arten wie Amsel, Hausrotschwanz oder Grünling sind gefährdet. Auch der bereits seltene Wachtelkönig fiel im Juni 2024 in der Steiermark nachweislich Hauskatzen zum Opfer.
Abhilfe schaffen laut BirdLife proteinreiches Futter – das die Jagdlust um bis zu 44 Prozent senkt –, bunte Halsbänder sowie tägliche Beschäftigung der Tiere.
Glas tötet unsichtbar
Millionen Vögel sterben jährlich an Glasscheiben. Transparente Flächen und Spiegelungen sind für Vögel nicht erkennbar – sie fliegen geradewegs in Fenster, Wintergärten oder Lärmschutzwände. BirdLife empfiehlt flächige, kontrastreiche Markierungen als einzig wirksamen Schutz.
Heckenschnitt in der Brutzeit ist illegal
Wer zwischen März und August Hecken oder Bäume schneidet, riskiert nicht nur Nester zu zerstören – er macht sich strafbar. Die Naturschutzgesetze aller Bundesländer schützen Tiere in allen Entwicklungsstadien. Verstöße können bei der Bezirksverwaltungsbehörde angezeigt werden.
Und Windräder?
Windkraftanlagen stehen immer wieder in der Kritik, Vögel durch rotierende Rotoren zu gefährden. US-amerikanische Studien, publiziert vom prestigeträchtigen Massachusetts Institute of Technology (MIT) schätzen die jährlichen Kollisionsopfer auf bis zu mehrere hunderttausend Tiere in den USA – Zahlen, die angesichts des weiteren Ausbaus der Windkraft wohl gestiegen sind. Doch verglichen mit anderen Todesursachen fällt Windkraft kaum ins Gewicht: Hauskatzen töten in den USA Schätzungen zufolge bis zu vier Milliarden Vögel pro Jahr, Gebäudekollisionen bis zu knapp eine Milliarde.
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Vergleich mit fossilen Energieträgern. Eine Studie aus dem Jahr 2012 ermittelte, dass Windkraft rund 0,27 Vögel je produzierter Gigawattstunde kostet – fossile Brennstoffe hingegen fast zwanzigmal so viele. Der Grund: Kohleabbau zerstört Lebensräume, Luftverschmutzung schadet der Vogelgesundheit, und der Klimawandel bedroht laut der National Audubon Society etwa zwei Drittel aller nordamerikanischen Vogelarten in ihrer Existenz.
Dennoch arbeiten Wissenschaftler aktiv daran, Windkraft vogelfreundlicher zu gestalten. Bereits bewährt hat sich das Anstreichen eines Rotorblatts in Schwarz – das die Sichtbarkeit erhöht und Kollisionen um mehr als 70 Prozent reduzieren kann.
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