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Chronik Österreich
10/01/2019

Nach Sprengstoffangriff: Frau befindet sich in Lebensgefahr

Ein Mann dürfte seiner Ex-Frau ein mit Sprengmittel gefülltes Paket vor die Haustüre gelegt haben. Die Frau erlitt ein Explosionstrauma.

von Nikolaus Tuschar

In Guttaring (Bezirk St. Veit/Glan) hat sich am Dienstag in der Früh eine Explosion vor einem Wohnhaus ereignet, bei der eine Frau schwerst verletzt wurde. Ersten Informationen zufolge soll ein Mann seiner Ex-Frau ein mit Sprengmittel gefülltes Paket vor den Haupteingang gelegt haben. "Die Frau befindet sich in einem lebensbedrohlichen Zustand. Sie erlitt ein Explosionstrauma", berichtete eine Notärztin.

Der Mann soll bei der Tür angeläutet und die Flucht ergriffen haben. Die Frau, die im Parterre wohnt, verließ ihre Wohnung und ging zum Haupteingang. Dort fand die 29-jährige das Paket und öffnete es, woraufhin es detonierte. Das Opfer soll angeblich noch selbst die Rettung gerufen haben.

Einer der Ersten vor Ort war Andreas Ladstätter, Feuerwehrkommandant der FF Guttaring. "Im ersten Augenblick schien die Situation nicht so dramatisch. Wir waren als erste Einsatzkraft vor Ort. Die Frau lag vor der Haupteingangstür und wurde bereits von Passanten versorgt." Spuren des Attentates waren auf der Fassade gut sichtbar. Zudem war die Glasscheibe der Eingangstür geborsten und einige Glassplitter lagen vor dem Haus.

Die Cobra war im Einsatz. Beim Täter soll es sich womöglich um den Ex-Mann und Vater des ältesten Kindes der jungen Frau handeln, dies ist aber noch nicht bestätigt. Die Frau, die drei Kinder hat, lebt von ihrem Mann getrennt. Mittlerweile wurde ein Mann gefasst, angeblich bei seinen Eltern in Klagenfurt. Ob es sich um den Verdächtigen handelt, wurde vorerst nicht bestätigt.

Bürgermeister: "Ich stehe unter Schock"

Bewohner des Ortes berichteten von einem lauten Knall, der sie aus dem Schlaf gerissen habe. Sogar Gläser seien aus den Regalen gefallen, berichtete ein Nachbar gegenüber dem KURIER. "Ich stehe unter Schock", sagte Bürgermeister Herbert Kuss dem KURIER. So etwas hätte er sich in der Gemeinde nicht erwartet, Guttaring sei eigentlich ein harmonischer Ort.

Die Frau hat drei Kinder, zwei davon befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs bei ihr in der Wohnung, das dritte war in der Schule. Sie befinden sich zurzeit in der Obhut der Großeltern, die eine der Ersten vor Ort waren und die zwei jüngeren Zwillinge aus der Wohnung holten.

Vom Täter gab es vorerst nur die vage Beschreibung eines Mannes mit schwarzem Pullover samt Kapuze. Die Polizei leitete unmittelbar nach dem Zwischenfall eine Großfahndung ein. Die Cobra rückte aus, ein Polizeihubschrauber wurde ebenso eingesetzt wie die Diensthundestaffel. Auch sprengstoffkundige Beamte waren am Tatort, einem Mehrparteienhaus im ländlichen Guttaring, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Bezirksstadt St. Veit/Glan, im Einsatz. Vom mutmaßlichen Täter fehlte vorerst allerdings jede Spur. Ob es sich bei dem in Klagenfurt Festgenommenen um den Täter handelt, bleibt unklar.

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