Chronik | Österreich
31.03.2018

Junge Zündler zeigten Fahndern Stinkefinger

Aus Langeweile suchten ein 15- und ein 14_Jähriger beim Feuerlegen den besonderern Kick

Brandserie.

Zwei Burschen sollen im Raum Mattighofen sieben Mal als Brandstifter aktiv gewesen sein. Kurze Zeit nach ihrer letzten Brandstiftung standen Freitagabend Polizisten in Mattighofen (Oberösterreich) in den Wohnungen zweier verdächtiger Jugendlicher. Die Burschen im Alter von 14 und 15 Jahren werden beschuldigt, in ihrer Heimatstadt und im benachbarten Salchen für eine Brandserie verantwortlich zu sein. Innerhalb der vergangenen Woche soll das Duo sechs, seit Jänner sogar sieben Zündeleien begangen haben.

„Immer, wenn die Sirene zu hören war, wurde die Verunsicherung größer“, sagt der Mattighofener Bürgermeister Friedrich Schwarzenhofer, selbst aktiver Feuerwehrmann. Samstagvormittag wurde er von vielen erleichtert auf die Klärung der Brandserie angesprochen.

Zuletzt wollten die beiden Verdächtigen am Freitag mit mehreren Feuerstellen ein Waldstück und einen Jägerhochstand abfackeln. Dabei sollen sie Grillanzünder verwendet haben. Doch die Brände wurden entdeckt und von den Feuerwehren gelöscht. Seit der Vorwoche sollen der Schüler und der arbeitslose 15-Jährige eine Gartenhütte und einen weiteren Jägerhochstand sowie eine Wiese abgefackelt und im Mattighofener Waldkindergarten ein zum Glück rasch entdecktes Feuer gelegt haben. Vor der Aktion im Kindergarten misslang den Zündlern der Versuch, eine Rotkreuzhütte anzuzünden. Im Jänner soll der 15-Jährige mit einem anderen 14-Jährigen ein Bootshaus niedergebrannt haben.

Kaltschnäuzigkeit

„Das alles ist weit entfernt von Lausbubenstreichen, da steckt kriminelle Energie dahinter“, erklärt der Braunauer Kriminalist Günther Schiffecker. Wie auch der Rieder Staatsanwalt Alois Ebner weist der Polizist darauf hin, dass die mutmaßlichen Zündler, die geständig sind, nie Menschen gefährdet haben. Frech und kaltschnäuzig waren die beiden, die nach einem Kick gesucht hatten, sehr wohl. Nach der Brandlegung am Freitag startete die Polizei eine Großfahndung samt Hubschrauber. Die Buben waren auf einem Balkon und zeigten dem Piloten frech den Stinkefinger.

Weil Freitag bereits viele Zeugenaussagen und Hinweise bei der Polizei eingegangen waren und jemand sogar gehört hatte, wie die Burschen über ihre Taten prahlten, konnten die beiden Halbstarken noch Freitagabend abgeführt und vernommen werden. Sie wurden auf freiem Fuß angezeigt.