Chronik | Österreich
13.10.2018

„Jetzt werden Freudentränen fließen“

Auch nach der Rückkehr aus Florida muss Leo S. Kontakt zu US-Freundin meiden.

Die letzten Stunden müssen sich für Leo S. wohl noch wie ganze Tage angefühlt habe. Eine Woche nachdem das Gericht im US-Staat Florida das Verfahren gegen ihn wegen einer sexuellen Beziehung zu einer Minderjährigen eingestellt hat, sollte der 18-Jährige am gestrigen Freitag den Heimflug angetreten haben. „Wir haben den Pass und werden gegen Ende dieser Woche wieder in Österreich sein“, kündigt Lena S., die Mutter des jungen Mühlviertlers, gegenüber dem KURIER an.

Die Familie sollte heute, Samstag, in der Früh oder am Vormittag in ihrem Wohnort in Mitterkirchen im Bezirk Perg (OÖ) eintreffen. „Wir werden mit Freunden und Familie das gute Ende feiern. Es sind viele Tränen geflossen, jetzt werden es Freudentränen sein“, sagt die Mutter. Sie war ja, wie berichtet, gemeinsam mit ihrem Ehemann Rudolf nach Florida geflogen, um dem dort inhaftierten Sohn zur Seite zu stehen.

In ihrem Heimatort werden die Heimkehrer jedenfalls von erleichterten Nachbarn und Freunden willkommen geheißen werden. Medialen Andrang möchte die Familie allerdings vermeiden, teilten die Eltern vorweg mit. Leo haben die Ereignisse und die dramatischen Erlebnisse, vor allem im Gefängnis von Sarasota, wo er zehn Tage inhaftiert war und sogar verprügelt wurde, auch psychisch sehr mitgenommen.

Die Familie möchte die Geschehnisse rasch abhaken. „Der Führerschein ist nun mein nächstes Ziel, und ich werde meine Ausbildung zum IT-Techniker fertig machen“, kündigt Leo, der im Juni 18 Jahre alt geworden ist, an.

Arbeit

Mutter Lena berichtet, dass sie, über Homeoffice auch von den USA aus, bereits wieder im Berufsleben stehe. „Mein nächstes Projekt ist die Hauszufahrt“, freut sich dagegen Rudolf S. auf das Daheim, wo er jetzt wieder am eigenen Haus Hand anlegen kann.

Weiterhin Abstand wird Leo allerdings von seiner Internetfreundin Amanda halten müssen. Lena S. dazu: „ Wir sind Amanda nicht böse, es war keine schlechte Absicht dahinter. Die beiden wollten einfach nur zusammensein“. Es sei aber auch weiterhin Vorsicht geboten, schildert die Mühlviertlerin: „Der Akt könnte innerhalb von 180 Tagen wieder geöffnet werden. Solange ist es wichtig, den Kontakt zu meiden“. Zudem habe Leos Freundin keinen Zugang zum Internet.