Chronik | Österreich
01.08.2018

Jagdkommando-Sturmgewehr für jede Polizei-Funkstreife

Heimliche Auslieferung. 700 Sturmgewehre für die Funkstreifen, 500 davon im Großraum Wien.

Während jeder neue Diensthelm, jede Schutzweste und jedes Fahrzeug (von kleinem Motorrad bis teurem X-Bow) mit viel Aufwand von Innenministern (oder deren Generalsekretären) gerne groß und feierlich übergeben werden, wurde die neue Anti-Terror-Waffe der Polizei in aller Heimlichkeit ausgeliefert.

Seit Jahren wurde um die neue Bewaffnung der Polizei gerungen. Nach einem modernen Sturmgewehr wurde bereits unter Innenminister Wolfgang Sobotka gesucht. Das Steyr AUG A3 spielt dabei alle Stückeln: Neben einem „Tactical Light“ an der Seite der Waffe ist im Visier auch eine Art Laserpointer versteckt, den allerdings nur der Schütze sieht. Eingesetzt wurde die vollautomatische Waffe bisher etwa vom Jagdkommando des Bundesheers. Bei der Polizei wird die Version mit 30 Schuss eingesetzt werden.

Künftig soll jede Polizeiinspektion und jeder Streifenwagen der uniformierten Polizei und der Kripo mit so einem Sturmgewehr ausgerüstet werden. „Dafür werden eigene Tresore in die Wagen eingebaut“, berichtet ein Beamter. Damit soll verhindert werden, dass die gefährlichen Waffen üble Gestalten anlocken.

Erstmals gezeigt wurden die neuen Sturmgewehre am Dienstag bei der Präsentation der „Cop Stories“. Schauspieler Johannes Zeiler zeigte sich angetan von der neuen Waffe. „700 Stück wurden im Mai ausgeliefert“, berichtet Christoph Pölzl, Sprecher des Innenministeriums. 500 davon seien wegen der EU-Präsidentschaft in den Großraum Wien gebracht worden und bereits einsatzbereit. Eine offizielle Präsentation ist für Ende des Jahres geplant, wenn die Polizei die nächste Tranche bekommt. Bis Ende 2019 sollen 6500 Stück dieser Waffe an die Polizei ausgeliefert werden.