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Chronik Österreich
01/04/2019

Schneechaos droht: Hier wird es sich im Ferienverkehr spießen

Zum Urlauberschichtwechsel könnten ganze Täler abgeschnitten werden. In Tirol war ein Skifahrer auf der Straße im Stau unterwegs

Markus Widman, Leiter der Verkehrsabteilung der Tiroler Polizei, ist alarmiert. Er weiß, auf seine Kollegen und ihn kommen fordernde Tage zu. „Von Freitag bis Montag wird es in Tirol massive Schneefälle geben. Und die ergiebigsten werden für Samstag erwartet.“ Damit droht ausgerechnet der Urlauberschichtwechsel nach den Weihnachtsferien im Schneechaos hängen zu bleiben, ein Kollaps auf den wichtigsten Verbindungsrouten ist möglich.

Der ÖAMTC rät deshalb, die Rückreise zu verlegen: Am besten gleich heute, Freitag, ins Auto setzen, bevor der übliche samstägliche Rückreisestrom beginnt – oder überhaupt erst am Sonntag.

Die Hauptbelastung dürften die Straßen in Richtung Deutschland tragen, aber auch auf den Routen in Österreichs Ballungszentren wird viel los sein. Das betrifft die Westautobahn Richtung Wien und die Südautobahn.

Ähnlich zugespitzt ist auch die Lage in der Obersteiermark: In den Skigebieten fiel bereits gut ein Meter Schnee und es kommt noch mehr. Das freut die Skifahrer, denn die Pisten sind durchwegs gut präpariert. Allerdings macht der Sturm Probleme: Aus Sicherheitsgründen wurden auch am Donnerstag Lifte immer wieder abgestellt, die Böen sind unberechenbar.

So eine Böe knickte am Mittwoch einen Baum auf der Aflenzer Bürgeralm, der fiel auf eine Stromleitung Skifahrer mussten von einem Lift abgeseilt werden.

Auch zu Tal machte sich der Schnee(matsch) bemerkbar. Schon am Mittwoch war die Fernpassstrecke von Tirol nach Deutschland, eines der wichtigste Nadelöhre im Ski-Reiseverkehr, wegen winterlicher Fahrbahn und liegen gebliebener Fahrzeuge stundenlang gesperrt.

In der Steiermark legten Unfälle auf glatter Fahrbahn die A9 bei Kammern sowie die B320 kurzzeitig lahm. In Hieflau donnerten Gesteinsbrocken auf die Eisenbahnstrecke, die Bahnstrecke ist vorerst unpassierbar.

Auch in Niederösterreichen waren die Fahrbahnen teils spiegelglatt.  Am frühen Abend mussten die Feuerwehren im Bezirk Tulln mehrere Fahrzeuge aus Straßengräben bergen.

Doch es könnte noch schlimmer kommen, besonders im Westen Österreichs. „Für Samstag rechne ich für Tirol verbreitet mit Lawinenwarnstufe 4. Im ganzen Land wird es bis zu einem dreiviertel Meter Neuschnee geben. Es ist durchaus möglich, dass Straßen gesperrt werden müssen“, befürchtet Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol. Treffen die Straßensperren neuralgische Punkte, könnten Tourismusorte oder ganze Talschaften abgeschnitten werden.

Einfach am Stau vorbei war am Donnerstag ein Skifahrer im Tiroler Jochberg unterwegs. Er fuhr auf seinen Brettern am verschneiten Mittelstreifen der Bundesstraße neben Autos her.