Chronik | Österreich
03.08.2018

Hitze: Feuerwehr hilft auf Tiroler Almen mit Wasser

Situation in Österreich aber offenbar weniger dramatisch als in Teilen der Schweiz.

Die Hitze lässt derzeit knapper werdendes Wasser auf den heimischen Almen zum Thema werden. Prekär stellte sich die Lage in Teilen der Schweiz dar, wo Wasser per Helikopter auf die Berge geflogen wurde. Auf den österreichischen Almen dürfte es nicht ganz so schlimm sein, wie ein kurzer Rundruf der APA ergab. Allerdings war in Tirol die Feuerwehr auf manchen Almen im Einsatz, um Wasser zu liefern.

Wasserknappheit war in Tirol ein Thema. Die Situation stelle sich aber regional sehr unterschiedlich dar, erklärte Josef Lanzinger, Vorstand des Tiroler Almwirtschaftsvereins, am Freitag im Gespräch mit der APA: "Sie ist von Tal zu Tal verschieden". Tendenziell sei das Tiroler Oberland stärker betroffen. Aber auch im Unterland gebe es in einigen Tälern Wassermangel auf den Almen.

"Jeder Regen ist besser als keiner"

"Wir wissen, dass in manchen Gebieten die Feuerwehren mit Wasserlieferungen aushelfen", sagte Lanzinger. Einen generellen Überblick könne er aber nicht geben, da sich nicht alle betroffenen Bauern meldeten. Die Wasserknappheit sei nicht nur wegen der fehlenden Trinkmöglichkeit ein Problem, sondern auch weil die Futtermittel nicht oder nur schlecht wachsen.

Ein wenig Entspannung hätten die jüngsten Gewitter gebracht, so Lanzinger: "Denn jeder Regen ist besser als keiner". Wichtig wäre aber, dass es zumindest einen Tag Dauerregen gebe. "Das könnte die Situation entscheidend entspannen", meinte der Vorstand des Tiroler Almwirtschaftsvereins. Derartige Trockenperioden habe es immer wieder gegeben, erläuterte Lanzinger. Vor allem das Unterinntal sei immer wieder einmal davon betroffen gewesen, meinte er: "Dort gab es schon öfter extreme Trockenjahre."

In Salzburg würden sich die Landwirte auf den Almen über Regen freuen, dramatisch ist die Lage aber noch nicht. "Die Weiden sind zur Zeit vielfach noch saftig grün", sagte Silvester Gfrerer, Landwirt in Großarl und Obmann des Salzburger Alm- und Bergbauernvereins. "Wasserknappheit ist nur ganz vereinzelt ein Thema und betrifft eher Almen, die exponiert auf Bergrücken oder karstigen Plateaus liegen." In den Bergen würden zudem immer wieder einmal Gewitterschauer für Nachschub sorgen. "Es kann aber sein, dass der Almabtrieb heuer 14 Tage früher als üblich stattfinden muss, weil die Grasnarben bei Trockenheit nicht so schnell nachwachsen", meinte Gfrerer. An der Länge der Almsaison werde das aber nicht viel ändern, weil heuer im Frühjahr verhältnismäßig früh aufgetrieben wurde.

Noch kein flächendeckendes Problem

Auch der Präsident der Salzburger Landwirtschaftskammer, Franz Eßl, konnte noch kein flächendeckendes Problem erkennen. "Es gibt weniger Regen und es ist trocken, aber dass Almen komplett ohne Wasser sind, hab ich so noch nicht registriert. Ich glaube, dass das Wetter in der nächsten Woche entscheidend sein wird. Wenn es ausgiebig regnet, kommen wir sicher mit einem blauen Auge davon." Dass im Notfall wie in der Schweiz Kühe aus der Luft mit Wasser versorgt werden müssen, sei für die heimischen Almbauern keine Strategie. "Eine Kuh braucht rund 40 Liter Wasser am Tag. Da kommt man mit Fliegen nicht weit, einmal abgesehen von den Kosten." Im Notfall könnten Traktoren mit Fassanhängern so viel Wasser liefern, um einige Tage zu überbrücken. "Auf Dauer ist aber auch das keine Variante."

Verhältnismäßig günstig stellte sich die Lage in der Steiermark dar, wo es laut Landwirtschaftskammer kein Problem mit der Wasserversorgung auf den Almen gab. "Wir können froh sein, wir hatten heuer im Schnitt 30 Prozent mehr Niederschläge als sonst. Quellen und Bäche führen ausreichend Wasser", sagte eine Sprecherin zur APA.