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Chronik Österreich
12/14/2019

Hilferuf aus Spitälern: „Die Mitarbeiter brechen zusammen“

Das Personal in der Steiermark sei knapp vor Burnout und habe zu wenig Zeit für Patienten, kritisieren Gewerkschaft und AK.

von Elisabeth Holzer

„Es sagt ganz viel aus, wenn Mitarbeiter in Tränen ausbrechen, weil sie psychisch fertig sind.“ Josef Pesserl, Präsident der steirischen Arbeiterkammer (AK), beschreibt dramatische Szenen aus „vielen persönlichen Gesprächen“, die er mit Spitalsbediensteten hatte. Personalmangel führe zu massiver Überbelastung, die an den Rand des Burnouts treibe. „Die Mitarbeiter brechen zusammen“, warnt Pesserl.

Laut Christian Fürntrath, Betriebsratschef im LKH Feldbach, seien 300 Posten in der Krankenanstaltengesellschaft (KAGES) offen. Nachtdienste könnten deshalb nicht mehr ausreichend besetzt werden, Angestellte – vor allem aus dem Pflegebereich – litten psychisch wie physisch darunter.

Fehlerrisiko steigt

Die Folgen des Personalmangels potenzierten sich, so der Betriebsrat, der auch im Aufsichtsrat der KAGES sitzt: Es gäbe mehr Krankenstände, das Risiko für Fehler steige, für die Patienten verlängerten sich Wartezeiten auf Untersuchungen oder Therapien. Generell bliebe dadurch für den einzelnen Patienten immer weniger Zeit, rügt auch AK-Chef Pesserl.

Das liege zum einen am Fachkräftemangel, aber auch an verfehlter Sparpolitik, vermutet Horst Schachner, Vorsitzender des ÖGB in der Steiermark. „Freunde, so kann es nicht weiter gehen. Wir wollen mehr Gesundheitspersonal.“ Die Forderung betreffe nicht nur Landesspitäler, erinnert Schachner: Vergangene Woche demonstrierten zum Beispiel Mitarbeiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder mit 180 „Pappkameraden“, wie viele Arbeitskräfte fehlen.

Mehr abverlangt

Der Vorstand der KAGES streitet die zunehmende Arbeitsbelastung in Spitälern gar nicht ab. „Es hat Einflussfaktoren gegeben, die unbestritten auch den Mitarbeitern mehr abverlangt haben“, heißt es in einer Stellungnahme. Das liege an immer älter werdenden Patienten und immer spezialisierteren Behandlungen. Man versuche jedoch, zu entlasten, etwa durch die Reduzierung des Verwaltungsaufwandes.

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