"High Protein"-Produkte boomen: Ein Drittel kauft sie regelmäßig

Ein Löffel in einem Joghurtbecher.
Laut Foodwatch reiche auch eine ausgewogene Ernährung. Sogar für Sportler.

Die Österreicher greifen gerne zu sogenannten High-Protein-Produkten. Das zeigt eine Umfrage des IMAS-Instituts, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden. Ein Drittel nimmt demnach mindestens einmal pro Woche solche Riegel, Joghurts oder Puddings zu sich, acht Prozent greifen sogar täglich dazu. 37 Prozent kaufen nie derartige Eiweißprodukte.

35 Prozent halten High-Protein-Produkte für gesund, 25 Prozent für ungesund. Unter den regelmäßigen Konsumenten ist die Einschätzung bezüglich gesundheitlichem Nutzen naturgemäß besser: Von ihnen glauben 70 Prozent, dass diese Produkte gesund sind, und nur sechs Prozent halten sie für ungesund. 

Insgesamt hat IMAS 1.008 Personen ab 16 Jahren in persönlichen Interviews gefragt. Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigten sich dabei kaum. Jüngere und höher Gebildete greifen häufiger zu diesen Produkten als ältere Menschen oder solche mit formal niedriger Bildung.

Ein Drittel anfällig für Ernährungstrends

Jene Befragten, die regelmäßig High-Protein-Produkte konsumieren, wurden von IMAS nach ihren Motiven gefragt: 48 Prozent von ihnen sehen darin einen praktischen Snack für zwischendurch, 47 Prozent kaufen sie wegen des Geschmacks und 31 Prozent um länger satt zu bleiben. Erst auf Rang vier kommt das Argument Gesundheit, das 30 Prozent vorbrachten. 29 Prozent greifen aus Gewohnheit zu Protein-Riegeln und -Joghurts, 24 Prozent erhoffen sich davon eine Unterstützung des Muskelaufbaus oder ihres Trainings und 13 Prozent nehmen sie im Rahmen einer Diät zu sich. 33 Prozent lassen sich beim Einkauf laut ihrer Selbsteinschätzung von Ernährungstrends wie "high protein", "low carb" oder "vegan" beeinflussen, 38 Prozent bestreiten das.

Foodwatch: ausgewogene Ernährung reicht auch für Sportler

Laut EU-Verordnung darf ein Lebensmittel als "Proteinquelle" bezeichnet werden, wenn mindestens zwölf Prozent der Nährstoffe Eiweiße sind, ab 20 Prozent ist die Bezeichnung "High Protein" zulässig, erklärte Indra Kley-Schöneich von Foodwatch Österreich. Bei der NGO weist man darauf hin, dass es sich bei Proteinriegeln oft um hoch verarbeitete Lebensmittel handle, die Proteinpulver, Süßstoffe und Zusatzstoffe beinhalten würden. Bei Joghurts oder Puddings würde oft günstiges Molkepulver zugesetzt, um den Eiweißgehalt zu steigern und deutlich mehr Geld für das Produkt verlangen zu können. Dabei würden Milchprodukte ohnehin bereits viel Eiweiß enthalten und auch Sportler könnten ihren Bedarf mit ausgewogener Ernährung decken.

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