Chronik | Österreich
10.04.2018

Gleitschirmunfall in Portugal: Noch zwei Österreicher vermisst

Am Montag geborgenes Todesopfer war ORF-Kameramann aus Salzburg.

Nach dem Gleitschirmunfall an der Küste Portugals, bei dem am Montag ein Österreicher gestorben war, wurden am Dienstag zwei Personen der Gruppe weiterhin im Meer vermisst. Das Todesopfer ist entgegen ersten Meldungen 51 Jahre alt und stammte aus Salzburg. Unter den zwei Vermissten - ein Mann und eine Frau - ist nach APA-Informationen ein weiterer Salzburger.

Die drei Personen waren mit einer österreichischen Reisegruppe unterwegs. Die nun vermisste Frau landete am Montag am Strand Meco auf der Halbinsel von Setubal nahe der Ortschaft Sesimbra mit ihrem Gleitschirm direkt am Wasser. Sie konnte sich laut Zeugen nicht von ihrem Paragleiter befreien und wurde vom Wind aufs Meer hinausgezogen.

 

Die beiden Männer, die noch mit ihren Gleitschirmen in der Luft waren, sahen das und landeten rasch ebenfalls am Strand. Sie versuchten die Frau zu retten, wurden aber ebenfalls von der Strömung erfasst. Der 51-Jährige wurde schließlich leblos ans Ufer getrieben, Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg.

Bei dem Toten handelt es sich um einen langjährigen Kameramann des ORF Salzburg, berichtete der Österreichische Rundfunk. Der 51-jährige Pongauer hinterlässt demnach seine Ehefrau und zwei Kinder.

"Zwei Vertreter der Botschaft haben sich sofort nach Bekanntwerden des Unfalls an den Unglücksort begeben", sagte Außenministeriumssprecher Thomas Schnöll. Außerdem wurde Kontakt zu den portugiesischen Behörden aufgenommen. Die Botschaftsmitarbeiter kümmerten sich um die Personen der Reisegruppe, die Zeugen des Unfalls geworden waren.

 

Sämtliche Gruppenmitglieder sind erfahrene Gleitschirmflieger mit Flugschein, wie die APA erfuhr. Die Österreicher waren mit einem lokalem Tourguide unterwegs.

Laut der portugiesische Wochenzeitung "Expresso" ist die vermisste Frau 36 Jahre alt, der ebenfalls noch gesuchte Mann ist demnach 34. Das Alter des geborgenen Toten war zunächst noch mit 45 Jahren angegeben worden.

Bei der Suche nach den Vermissten wurden zwei Boote, ein Hubschrauber der portugiesischen Luftwaffe sowie Taucher eingesetzt. In der Nacht wurde der Einsatz auf See jedoch unterbrochen und nur von Land gesucht, berichteten lokale Medien online. Am Montag galt für die portugiesische Küste eine Unwetterwarnung, die bis Donnerstag aufrecht ist.

Am Strand von Meco waren im Dezember 2013 sieben Studenten von einer Riesenwelle ins Meer gerissen worden. Ein junger Mann konnte sich in Sicherheit bringen. Die anderen Studenten - vier Frauen und zwei Männer - ertranken. Die Leichen von fünf Opfern wurden erst nach mehreren Tagen gefunden.