Chronik | Österreich
13.09.2018

Gebietskrankenkasse schickt blauen Bauernverein in die Insolvenz

Konkurs betrifft anscheinend die Tiroler Ex-Obfrau, Vereinsvorstand weiß nichts von einem Konkurs.

Seit Ende April 2018 muss sich das Insolvenzgericht Innsbruck mit einem kuriosen Fall herumschlagen, heute, Donnerstag, hat Richterin Cosima Told das Konkursverfahren „ Freiheitliche Bauernschaft Österreich Jacqueline Nimmerfall“ mit Sitz in Polling, Tirol, eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Anwalt Simon Schafferer bestellt.  Die erste Tagsatzung ist für den 14. November 2018 anberaumt.

Doch die Freiheitliche Bauernschaft Österreich weiß davon nichts.Sie hat erst durch die KURIER-Anfrage von diesem Konkurs erfahren. Laut dem geschäftsführenden Vorstand Wilfried Etschmayer soll es sich bei Jacqueline Nimmerfall um die ehemalige Obfrau handeln, mit der man angeblich schon sehr viel mitgemacht habe. Sie habe keinerlei Funktion mehr, sagt Etschmayer zum KURIER. Auch habe der Verein keine Angestellten.

Nimmerfall selbst wollte auf Anfrage des KURIER keine Stellungnahme abgeben, sagte es sei noch nichts entschieden und sie werde einen Rekurs gegen die Insolvenzeröffnung einbringen.

Der Hintergrund

Die Tiroler Gebietskrankenkasse fordert wegen offener Beiträge insgesamt 8211,88 Euro inklusive Zinsen ein und hat laut Aktenlage ein gerichtliches Exekutionsverfahren gegen die Freiheitliche Bauernschaft Österreich zu Handen der Obfrau Nimmerfall Jaqueline an der Adresse Polling, Tirol, geführt; an der mutmaßlichen Privatadresse der selbstständigen Gärtnerin Jacqueline Nimmerfall, 38.

Am 20. Juni 2018 kam es dann laut Aktenlage zu einer Einvernahmetagsatzung am Landesgericht Innsbruck. Damals soll Obfrau Nimmerfall ausgesagt haben, dass sie einen eingetragenen Verein betreibe und die Forderungen bereits bezahlt habe.  Dem Vernehmen nach verfügt sie (Stand: 20. Juni 2018) über kein Vermögen.