Chronik | Österreich
16.09.2018

Feuer im Anhaltezentrum: Vier aus Spital entlassen

Sechs Schubhhäftlinge hatten in der Nacht auf Samstag in einer Zelle Matratzen und Leintücher in Brand gesteckt.

Nach der Brandlegung im Wiener Polizeianhaltezentrum am Hernalser Gürtel konnten vier der sechs schwer verletzten Schubhäftlinge bereits das Krankenhaus verlassen. Einer befindet sich noch auf der Intensiv- und ein weiterer auf einer Normalstation.

Die fünf Afghanen und ein Iraner hatten, wie berichtet, in der Nacht auf Samstag in einer Zelle des Anhaltezentrums Matratzen und Leintücher in Brand gesteckt. Das Feuer breitete sich so rasch aus, dass nicht nur die sechs durch die giftigen Rauchgase schwer verletzt wurden. Auch drei Polizistinnen, ein männlicher Beamter und 14 weitere Schubhäftlinge mussten ebenfalls wegen Rauchgasvergiftungen behandelt werden.

 

Durch die Befragung von einem der zündelnden Afghanen (31) geht die Polizei davon aus, dass die Schubhäftlinge mit dem Feuer auf ihre aussichtslose Situation vor der geplanten Abschiebung aufmerksam machen wollten.

Die Brandstifter hinterließen außerdem eine Nachricht. Auf dem A5-Zettel schrieben die Schubhäftlinge auf Deutsch, dass sie wegen der Abschiebungen keine Geduld mehr hätten und verzweifelt seien. Die Ermittlungen dazu laufen.